Rheinmetall Aktie: Drei Aufträge in einer Woche
Rheinmetall erhält dritten Großauftrag binnen weniger Tage, diesmal für Artilleriegeschosse. Die Aktie zeigt sich trotz F126-Aus volatil.

- Artilleriegeschosse für die Ukraine bestellt
- Auftragsvolumen im zweistelligen Millionenbereich
- Dritter Vertragserfolg in kurzer Zeit
- Aktie nach starkem Wochenstart leicht gefallen
Ein NATO-Staat bestellt bei Rheinmetall mehrere tausend Artilleriegeschosse. Der Auftrag ist für die Ukraine bestimmt. Es ist bereits der dritte Vertriebserfolg des Konzerns innerhalb weniger Tage.
Neue Bestellung für die Ukraine-Unterstützung
Der Käufer bleibt namentlich ungenannt. Er bestellt Artilleriegeschosse des Kalibers 155 mm samt passenden Treibladungen. Das Volumen liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Rheinmetall hat den Auftrag bereits im zweiten Quartal 2026 verbucht. Die Produktion läuft. Die komplette Lieferung soll bis April 2027 abgeschlossen sein.
Konkret liefert der Konzern Geschosse vom Typ ER02A1 B/B und modulare Treibladungen des Typs DM72. Die Geschosse fertigt die Tochter Rheinmetall Expal Munitions in Spanien. Die Treibladungen kommen von Nitrochemie. Beide Munitionstypen laufen bereits bei mehreren NATO-Partnern und passen zu gängigen 155-mm-Waffensystemen.
Drei Aufträge in einer Woche
Der Munitionsauftrag ist kein Einzelfall. Erst am 3. Juli meldete Rheinmetall einen Vertrag mit Marokko über sieben mobile Feldhospitäler, ebenfalls im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich. Wenige Tage zuvor kam ein Auftrag über vier Skynex-Flugabwehrsysteme hinzu, diesmal im dreistelligen Millionenbereich.
Diese Serie fällt in eine schwierige Phase für den Konzern. Am 2. Juli musste Rheinmetall per Ad-hoc-Mitteilung das Aus für das F126-Fregattenprogramm bekanntgeben. Der Umsatzentgang könnte in diesem Geschäftsjahr bis zu 300 Millionen Euro betragen.
Das Management zeigt sich dennoch gelassen. Die mittelfristigen Wachstumsziele bis 2030 bleiben nach eigener Einschätzung weitgehend intakt. Die neuen Aufträge liefern dafür erste Argumente.
Aktie konsolidiert nach starkem Wochenstart
Am Montag führte Rheinmetall mit einem Plus von 3,24 Prozent die DAX-Gewinnerliste an. Am Dienstag gibt die Aktie leicht nach und notiert bei 1.127,80 Euro, ein Rückgang von 0,98 Prozent zum Vortag.
Auf Wochensicht bleibt trotzdem ein deutliches Plus von 12,55 Prozent stehen. Der Blick auf die vergangenen 30 Tage zeigt allerdings ein Minus von 6,20 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro aus dem September 2025 fehlen der Aktie noch 43,47 Prozent.
Der RSI steht bei 50,1 und signalisiert damit einen neutralen Bereich. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei hohen 70,18 Prozent — ein Hinweis auf die Nervosität, die das F126-Aus und die Auftragsserie gemeinsam ausgelöst haben.
Am 6. August legt Rheinmetall die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Dann dürfte klarer werden, wie stark die neuen Aufträge den Wegfall des Fregattenprogramms im Gesamtjahr auffangen. Analysten kalkulieren aktuell mit einem Ergebnis je Aktie von rund 37,73 Euro für 2026.
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