Rheinmetall Aktie: F126-Auftrag an Wettbewerber vergeben

Rheinmetall senkt nach F126-Aus die Umsatzprognose, meldet aber starke Halbjahreszahlen mit 69 Prozent Wachstum im zweiten Quartal.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose 2026 nach unten korrigiert
  • Quartalsumsatz steigt um 69 Prozent
  • Operatives Ergebnis übertrifft Markterwartungen
  • Goldman Sachs bestätigt Kaufempfehlung mit 2.300 Euro

Das Bundesverteidigungsministerium hat das Fregattenprogramm F126 Ende Juni gestrichen. Einen Ersatzauftrag über acht kleinere Fregatten vergab Berlin stattdessen an einen Wettbewerber. Rheinmetall reagierte darauf mit einer Korrektur der eigenen Umsatzprognose für 2026 nach unten, wie Reuters berichtete.

Verlorener Auftrag trifft auf starkes operatives Geschäft

Der Rückschlag beim Marineprogramm fällt in eine Phase, in der Rheinmetall operativ so stark wächst wie selten zuvor. Im Halbjahresbericht, den der Düsseldorfer Rüstungskonzern am vergangenen Samstag vorlegte, stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte auf 562 Millionen Euro und lag damit fast 20 Prozent über der Markterwartung von 469,9 Millionen Euro. Der verlorene Fregattenauftrag schmälert diese Dynamik nicht grundlegend, zwingt das Unternehmen aber zu einer vorsichtigeren Umsatzplanung für das laufende Jahr.

Wie stark der Rüstungskonzern insgesamt aufgestellt ist, zeigt der Blick auf den Auftragsbestand: Dieser liegt weiterhin über 80 Milliarden Euro. Allein im ersten Halbjahr kamen Nominierungen von 11,371 Milliarden Euro hinzu. Vor diesem Hintergrund wiegt der Verlust des Fregattenprogramms zwar als politisches Signal schwer, verändert das Gesamtbild der Auftragslage aber kaum. Für das laufende Jahr rechnet Rheinmetall dennoch weiterhin mit einem negativen operativen Free Cashflow, ein Umstand, den Anleger im Blick behalten sollten, wenn sich Wachstumstempo und Kapitalbindung des Konzerns weiter erhöhen.

Analysten bleiben trotz Rückschlag optimistisch

Der Verlust des Marineauftrags hat die grundsätzlich positive Einschätzung vieler Analysten bislang nicht erschüttert. Die Experten von Goldman Sachs bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlung für die Rheinmetall-Aktie mit einem Kursziel von 2.300 Euro und liegen damit deutlich über der aktuellen Notierung. Die Bank begründet ihre positive Sicht mit dem breiten Wachstumsprofil des Konzerns, das über einzelne Programme wie F126 hinausreicht und von der insgesamt hohen Nachfrage nach Verteidigungstechnik getragen wird.

Auch operativ zeigt sich Rheinmetall in mehreren Bereichen aktiv über das ursprüngliche Geschäft hinaus: In den USA erhielt der Konzern zuletzt einen 18-monatigen Entwicklungsauftrag für autonome Bodenfahrzeuge. Solche Diversifizierungsschritte dürften mittelfristig helfen, Ausfälle wie den beim Fregattenprogramm besser zu kompensieren.

Aktie behauptet sich über der 1.200-Euro-Marke

An der Börse hat die Nachricht zum Fregattenprogramm die Erholung der Aktie bislang nicht gebremst. Am Mittwoch schloss das Papier bei 1.209,80 Euro, ein Plus von 0,47 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sieben-Tage-Sicht steht damit ein Zugewinn von 5,57 Prozent, getragen von der insgesamt starken Ertragslage aus dem Halbjahresbericht.

Von den Höchstständen des vergangenen Jahres ist der Titel jedoch weit entfernt: Das 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro aus dem Oktober liegt noch immer deutlich über dem aktuellen Niveau. Die Aktie bewegt sich damit in einem Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Erholung und der Erinnerung an die scharfe Korrektur der vergangenen Monate. Der Verlust des Fregattenauftrags dürfte diese Diskussion in den kommenden Wochen zusätzlich befeuern, ohne die grundsätzliche Wachstumsstory des Konzerns infrage zu stellen.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rheinmetall