Rheinmetall Aktie: F126-Aus belastet Prognose

Rheinmetall verzeichnet starkes zweites Quartal, muss aber wegen des geplatzten F126-Auftrags die Jahresziele nach unten anpassen. Neue Aufträge und Analystenstimmen prägen das Bild.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 69 Prozent
  • F126-Aus senkt Jahresprognose
  • Neue Aufträge über 11 Milliarden
  • Analysten uneins nach Zahlen

Rheinmetall hat im zweiten Quartal 2026 kräftig zugelegt, muss die Jahresprognose aber wegen eines geplatzten Marineauftrags zurücknehmen. Der Umsatz stieg auf 3,289 Milliarden Euro, ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das operative Ergebnis kletterte um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro. Der Auftragsbestand wuchs zum 30. Juni auf über 80 Milliarden Euro, nach knapp 56 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.

Trotz der starken operativen Zahlen senkte der Konzern die Jahresprognose für 2026 auf einen Umsatz von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Grund ist der Verlust des milliardenschweren F126-Fregattenprogramms für die Bundesmarine.

Deutschland hatte das mit 12,8 Milliarden Euro veranschlagte Projekt Anfang Juli nach bereits geflossenen 2,3 Milliarden Euro gestoppt und wechselt zu acht kleineren MEKO-A-200-Fregatten von ThyssenKrupp Marine Systems.

Rheinmetall war für das Programm als Hauptauftragnehmer vorgesehen. Auch das Ziel für den Auftragsbestand 2026 wurde von ursprünglich über 100 Milliarden Euro nach unten korrigiert.

Neue Aufträge stützen das Wachstum

Der Rückschlag beim Fregattenprojekt wird durch neue Aufträge teilweise kompensiert. Im zweiten Quartal gingen Nominierungen über 11,371 Milliarden Euro ein, darunter ein Vertrag über Loitering Munition mit der Bundeswehr sowie ein SAFE-Auftragspaket mit Rumänien.

Im Juli genehmigte die Bundeswehr zudem einen Laser-Waffenvertrag über bis zu 462 Millionen Euro für ein Gemeinschaftsprojekt mit MBDA Deutschland zur Drohnenabwehr auf Fregatten. Hinzu kommt ein Auftrag über 100 Millionen Euro zur Digitalisierung der Fahrzeugflotte im Rahmen des D-LBO-Projekts, hinter dem Rahmenverträge mit einem Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro stehen.

Konzernchef Armin Papperger sprach im Zusammenhang mit dem sogenannten Arminius-Projekt von einer finalen Entscheidungsphase. Bei dem Vorhaben geht es um bis zu 3.000 Boxer-Radpanzer für die Bundeswehr.

Verhandlungen sollen im August laufen, ein Abschluss ist für September vorgesehen, die endgültige Entscheidung fällt laut Papperger in der ersten oder zweiten Dezemberwoche. Parallel plant Rheinmetall gemeinsam mit Lockheed Martin die Produktion von Atacms-Raketen am Standort Unterlüß, um US-Arsenale wieder aufzufüllen.

Analysten uneins nach den Zahlen

Die Reaktionen der Analysten auf die Halbjahreszahlen fielen gespalten aus. mwb research stufte die Aktie am 6. August von Hold auf Sell zurück und senkte das Kursziel von 1.150 auf 1.050 Euro. Andere Häuser bewerteten die operative Entwicklung positiver und sahen trotz reduzierter Kursziele weiterhin Kaufpotenzial.

Sicherheitslage um den Konzernchef verschärft sich

Neben der Geschäftsentwicklung rückt zunehmend die persönliche Sicherheit von Papperger in den Fokus. Laut dpa steht der CEO seit dieser Woche unter einem Personenschutz, der dem des Bundeskanzlers gleicht – Hintergrund sind mutmaßliche russische Mordpläne.

Papperger selbst erklärte dazu: „Kneifen gilt nicht.“ Bereits zuvor hatte er nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig gefordert, Deutschland müsse bei der Drohnenabwehr deutlich mehr investieren.

Aktie erholt sich von den Jahrestiefs

An der Börse hat die Aktie zuletzt Boden gutgemacht. Am Mittwoch schloss das Papier bei 1.175,00 Euro, ein Plus von 2,9 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursgewinn auf 21 Prozent, seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 24 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen der Aktie derzeit noch 41 Prozent – die Erholung von den Jahrestiefs ist damit erst ein Teilschritt zur alten Bewertung.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 13. August liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rheinmetall