Rheinmetall Aktie: F126-Storno senkt Prognose auf 13,7–14,2 Mrd.
Rheinmetall kappt die Umsatzziele für 2026 wegen des verlorenen Marineauftrags. Trotz Rekordhalbjahr mit starkem Gewinnwachstum belastet die Streichung die Aktie.

- Umsatzprognose für 2026 gesenkt
- F126-Fregattenprogramm endgültig gestrichen
- Halbjahresgewinn steigt um 74 Prozent
- Neue Fregattenklasse GMF 140 vorgestellt
Rheinmetall hat am heutigen Donnerstag die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt – und das trotz eines Rekordhalbjahres. Der Grund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern im Verlust eines milliardenschweren Marineauftrags. Die Bundesregierung hat das Fregattenprogramm F126 final storniert, und der Düsseldorfer Rüstungskonzern muss seine Erwartungen entsprechend anpassen.
Prognose sinkt nach Verlust des Fregattenauftrags
Rheinmetall erwartet nun einen Konzernumsatz zwischen 13,7 Milliarden Euro und 14,2 Milliarden Euro für 2026. Bislang hatte das Unternehmen eine Spanne von 14,0 Milliarden Euro bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der Markt reagierte umgehend: Die Aktie fiel im frühen Handel um rund vier Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 1.141,20 Euro und verliert damit heute 5,67 Prozent, nachdem es gestern noch bei 1.209,80 Euro geschlossen hatte. Damit setzt sich die Bewegung aus dem frühen Handel im Tagesverlauf fort und verschärft sich sogar.
Der Kursrückgang wirkt auf den ersten Blick heftig, relativiert sich aber im mittelfristigen Bild kaum: Die Aktie notiert weiterhin fast 22 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Der Ausfall des F126-Programms trifft einen Konzern, der im Marinegeschäft ohnehin unter erhöhter Beobachtung steht, seit der Auftrag im Sommer an einen Wettbewerber ging.
Operatives Ergebnis wächst um 74 Prozent
Losgelöst von der Prognosekorrektur zeigte der am selben Tag veröffentlichte Halbjahresbericht ein deutlich anderes Bild. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 39 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte sogar um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 12,1 Prozent im Vorjahr auf nun 15,0 Prozent – ein deutlicher Schritt in Richtung höherer Profitabilität.
Ein Wermutstropfen bleibt der Cashflow: Der operative Free Cashflow lag bei minus 1.616 Millionen Euro, bedingt durch Vorratsaufbau und hohe Investitionen. Für ein Unternehmen in einer Wachstumsphase mit prall gefüllten Auftragsbüchern ist ein negativer Cashflow zunächst kein Alarmsignal, dürfte von Investoren aber genau beobachtet werden, sollte sich der Trend über mehrere Quartale fortsetzen.
Marinesparte sucht neue Ausrichtung
Bereits am Montag hatte Rheinmetall mit der „GMF 140“ eine neue Fregattengeneration vorgestellt. Das Produkt soll die strategische Neuausrichtung der Marinesparte vorantreiben, nachdem der F126-Auftrag verloren ging. Ob und in welchem Umfang die GMF 140 künftige Aufträge generieren kann, bleibt zunächst offen – die Präsentation markiert aber den Versuch, den Rückschlag operativ zu kompensieren.
Auf der anderen Seite des Atlantiks lief es zuletzt runder: Die US-Tochter American Rheinmetall erhielt von der US-Armee einen Auftrag im Rahmen des „Project Sustainment“ zur Weiterentwicklung autonomer Logistikfähigkeiten, gemeinsam mit dem Partner Harbinger.
Blick nach vorn
Am 27. August tritt Rheinmetall beim „Expert Day“ der DZ Bank in Bremen auf. Investoren dürften dort genauer nachfragen, wie der Konzern die gesenkte Umsatzprognose operativ auffangen will und welche Rolle die neue Fregattenlinie sowie das US-Geschäft künftig spielen. Die Kombination aus starkem operativem Wachstum und einem prominenten Auftragsverlust dürfte die Aktie in den kommenden Wochen volatil halten.
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