Rheinmetall Aktie: Factory Acceptance Test für AGSW bestanden
Rheinmetall meldet Fortschritte bei Systemtests, Fördermitteln und Verträgen; Berenberg bestätigt die Kaufempfehlung mit 1.600 Euro Kursziel.

- Abnahmetest für Ausbildungssystem erfolgreich absolviert
- Pierburg erhält rund 1,5 Millionen Euro Förderung
- Berenberg hält an Kaufempfehlung fest
- Zollbehörde vergibt mehrjährigen Wartungsrahmenvertrag
Bei Rheinmetall standen in den vergangenen Tagen wichtige technische und vertragliche Etappensiege im Mittelpunkt. Am Dienstag meldete das Rüstungsunternehmen den erfolgreichen Factory Acceptance Test für das neue Ausbildungsgerät Schieß- und Gefechtsausbildung am schweren Waffenträger Infanterie. Rheinmetall Electronics plant, bis Mitte 2027 fünf dieser AGSW-Systeme an die Nutzer zu übergeben.
Parallel dazu endete am gestrigen Freitag die NATO-Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal, an der sich der Konzern seit Montag mit vernetzten unbemannten Systemen zum Schutz maritimer Infrastruktur beteiligte. Eine containerisierte Einsatzzentrale demonstrierte dort der Deutschen Marine ein multidimensionales Lagebild.
Investitionen in Hochtechnologie und neue Komponenten
Neben wehrtechnischen Großsystemen forciert der Konzern technologische Spezialkomponenten. Am Dienstag sicherte sich die Tochtergesellschaft Pierburg Pump Technology Fördermittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro für das Projekt NanoLink. Das Vorhaben widmet sich der Entwicklung von Produktionsprozessen für NanoLam-Kondensatoren und läuft bis zum 31. Januar 2028. Am Standort sind dafür Gesamtinvestitionen von über 4,4 Millionen Euro vorgesehen.
Diese Initiativen ergänzen die jüngste Serie industrieller Erweiterungen. In Saint-Jean-sur-Richelieu in der kanadischen Provinz Québec leitete Rheinmetall Canada Mitte September den Ausbau des Werks um insgesamt 7.060 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche ein, um autonome Bodensysteme zu fertigen.
Am britischen Standort Telford ging zudem eine neue Schwingungsprüfanlage für Baugruppen von bis zu 40 Tonnen in Betrieb, die das Programm für den britischen Kampfpanzer Challenger 3 unterstützt.
Bereits zuvor verbuchte der Konzern im laufenden dritten Quartal einen Artilleriemunitionsauftrag im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, der eine fünfstellige Stückzahl von 155-mm-Geschossen für das Lieferjahr 2027 umfasst.
Kursgeschehen und Analystenstimmen
Am Aktienmarkt reagierten die Notierungen zuletzt verhalten auf die operativen Meldungen. Medienberichten und Angaben von dpa-AFX zufolge litten europäische Rüstungstitel zur Wochenmitte unter anhaltenden Unsicherheiten bezüglich geopolitischer Konflikte, künftiger staatlicher Beschaffungen sowie hoher Ölpreise. Am Freitag ging die Rheinmetall-Aktie mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 986,60 Euro aus dem Xetra-Handel.
Rückenwind signalisierte dagegen gestern das Analysehaus Berenberg. Analyst Chris Armstrong stuft die Aktie weiterhin mit „Buy“ ein und beziffert das Kursziel auf 1.600 Euro. Er begründete seine Einschätzung mit konjunkturellen Impulsen durch fiskalpolitische Maßnahmen und anziehende Exporte.
Rheinmetall zählt für das Bankhaus neben Renk und OHB zu den Favoriten im Bereich Luftfahrt, Raumfahrt und Rüstung. Auch im maritimen Service bleibt der Konzern aktiv: Am Mittwoch sicherte sich die Division Naval Systems einen mehrjährigen Rahmenvertrag der Generalzolldirektion zur Instandhaltung von vier LNG-Zollschiffen.
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