Rheinmetall Aktie: Fire Point baut Flamingo-Raketen

Rheinmetall treibt Raketenprojekte in Europa voran, während das Pentagon Tomahawk-Lieferungen stoppt. Der Aktienkurs fällt dennoch.

Die Kernpunkte:
  • Eigene Raketenentwicklung forciert
  • Kooperation mit ukrainischem Hersteller
  • Ziviles Ladeinfrastruktur-Geschäft wächst
  • Aktie trotz Fortschritten im Minus

Das US-Pentagon will vorerst keine Tomahawk-Marschflugkörper an die Bundeswehr liefern. Rheinmetall nutzt dieses Vakuum. Der Rüstungskonzern treibt europäische Raketenprojekte massiv voran. An der Börse verpufft diese strategische Offensive heute allerdings völlig.

Raketen aus europäischer Produktion

Rheinmetall-Chef Armin Papperger sucht den Schulterschluss mit dem ukrainischen Hersteller Fire Point. Dieser baut den Marschflugkörper „Flamingo“. Die Waffe erreicht rund 3.000 Kilometer. Mit einem Stückpreis von etwa 500.000 US-Dollar unterbietet sie amerikanische Modelle deutlich.

Parallel dazu forciert der Düsseldorfer Konzern eigene Entwicklungen. Ein Joint Venture mit Destinus plant Raketen mit über 2.000 Kilometern Reichweite. Erste Systeme für kürzere Distanzen sollen ab Ende 2026 in Unterlüß vom Band rollen. Die Kosten liegen hier bei maximal 400.000 Euro pro Stück.

Ziviles Geschäft wächst

Abseits der Rüstung baut Rheinmetall sein ziviles Geschäft aus. Die Tochtergesellschaft Pierburg präsentiert auf einer Münchner Fachmesse neue Ladebordsteine für Elektroautos. Diese 22-kW-Systeme fügen sich direkt in den Straßenrand ein.

Städte wie Köln und Düsseldorf nutzen die Technik bereits. Jetzt zielt Rheinmetall auf Flottenparkplätze und den breiten urbanen Raum. Die Elektronikmodule lassen sich bei Defekten einfach austauschen.

Schwacher Sektor drückt den Kurs

Trotz der operativen Fortschritte gibt die Rheinmetall-Aktie am Montag um 1,80 Prozent nach. Sie notiert aktuell bei 1.178,60 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von über 26 Prozent auf der Kurstafel.

Analysten bleiben optimistisch. Die Experten von Oddo BHF stufen den Wert auf „Outperform“ hoch. Sie sehen das Kursziel bei 1.670 Euro. Als Grund nennen sie einen Bewertungsabschlag gegenüber dem historischen Durchschnitt.

Der aktuelle Kursrutsch hat externe Gründe. Mögliche diplomatische Entspannungen zwischen den USA und dem Iran belasten den gesamten europäischen Rüstungssektor. Die Folge: Auch Konkurrenten wie Hensoldt und Renk verlieren heute über drei Prozent an Wert.

Rheinmetall steht operativ auf zwei soliden Beinen. Der Konzern baut eine europäische Raketenproduktion auf und sichert sich so langfristige Perspektiven. Parallel wächst das Ladeinfrastruktur-Geschäft. Kurzfristig diktiert jedoch die globale Geopolitik die Kursentwicklung der Aktie.

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