Rheinmetall Aktie: Fregatte F126 neu gestartet
Rheinmetall erwartet Vertragsunterzeichnung für das F126-Fregattenprogramm im Sommer, nachdem das Projekt vier Jahre Verzug hat. Trotz historischer Umsatz- und Margenrekorde enttäuschte die Jahresprognose die Anleger.

- Generalunternehmervertrag für Fregatten im Sommer geplant
- Historische Rekorde bei Umsatz und operativer Marge
- Aktienkurs unter Druck durch enttäuschende Prognose
- Erste Fregattenauslieferung für 2031 angestrebt
Rekordumsatz, Rekordmarge, Rekordauftragsbestand — und trotzdem steht die Aktie unter Druck. Hinter dieser Diskrepanz steckt mehr als nur eine enttäuschende Jahresprognose. Mit dem F126-Fregatten-Programm übernimmt Rheinmetall ein Großprojekt, das bereits vier Jahre hinter dem Zeitplan liegt.
Generalunternehmer-Rolle noch nicht besiegelt
Tim Wagner, Chef der neu geschaffenen Division Maritime Systems, gab gegenüber der Welt am Sonntag einen konkreten Zeitplan aus: Rheinmetall rechne damit, den Generalunternehmervertrag für die sechs F126-Fregatten der Bundeswehr im Sommer zu unterzeichnen. Die erste Fregatte soll im zweiten Halbjahr 2031 ausgeliefert werden — ein ambitioniertes Ziel angesichts der Vorgeschichte.
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Formal ist der Wechsel noch nicht vollzogen. Das Beschaffungsamt BAAINBw hat die Bewertungsphase bis Ende April angesetzt. Bis dahin muss Rheinmetall signalisieren, ob es die künftigen Vertragsbedingungen erfüllen kann. Bisher lag die Generalunternehmerrolle beim niederländischen Konzern Damen Naval, der das Programm nicht termingerecht stemmen konnte.
Die neue Marinesparte — hervorgegangen aus der ehemaligen Naval Vessels Lürssen — plant, bereits Anfang 2028 ein vorausgerüstetes Prototypschiff nach Hamburg zu überführen. Durch optimierte Testprozesse soll die Auslieferung 2031 realisierbar werden. Allerdings löst die strukturelle Integration keine Kapazitätsprobleme: Neue Hellingen, Ingenieure oder Baukapazitäten entstehen dadurch nicht.
Rekordzahlen mit einem Haken
Das Geschäftsjahr 2025 war das stärkste in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz kletterte um 29 Prozent auf knapp 9,9 Milliarden Euro, die operative Marge erreichte 18,5 Prozent. Besonders auffällig: Rheinmetall verwandelte eine Nettoschuldenlast von 1,29 Milliarden Euro in eine positive Netto-Finanzposition von 369 Millionen Euro — ein struktureller Wandel in der Bilanz.
Anleger reagierten dennoch verhalten. Die Prognose für 2026 mit einem angestrebten Umsatz von 14 bis 14,5 Milliarden Euro blieb hinter den Markterwartungen von rund 15 Milliarden Euro zurück. Das löste Gewinnmitnahmen aus — die Aktie verlor zuletzt rund 11 Prozent auf Monatssicht und notiert mit etwa 1.505 Euro rund 25 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs.
Parallel läuft die Bundeswehr eine Absicherungsstrategie: Vier MEKO-Fregatten des Herstellers TKMS sollen ab Ende 2029 als Brückenlösung die U-Boot-Jagdfähigkeit stärken. Für die Weiterführung dieser Arbeiten stehen 240 Millionen Euro bereit.
Ob der F126-Vertrag tatsächlich im Sommer unterschrieben wird, entscheidet sich nach dem Ende der Bewertungsphase Ende April. Die nächsten Zahlen liefert Rheinmetall am 7. Mai mit dem Q1-Bericht — kurz vor der Hauptversammlung am 12. Mai.
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