Rheinmetall Aktie: Gewinnsteigerung erfreut Anleger

Rheinmetall-Chef Papperger verkündet auf der Hannover Messe massive Expansionspläne, während der Aktienkurs ein neues 52-Wochen-Tief erreicht.

Die Kernpunkte:
  • Artilleriemunition-Produktion mehr als verzehnfacht
  • Serienstart des Drohnenboots Kraken K3
  • Aktienkurs rund 33 Prozent unter Hoch
  • Q1-Bericht und Hauptversammlung im Mai

Starke Auftragslage, schwacher Chart: Rheinmetall-Chef Armin Papperger präsentierte auf der Hannover Messe einen offensiven Expansionskurs — während die Aktie zeitgleich auf ein neues 52-Wochen-Tief fiel.

Produktion verzehnfacht, Preise sollen sinken

Papperger ließ auf der Messe keinen Zweifel an der Lieferfähigkeit seines Konzerns. Die Fertigung von Artilleriemunition habe Rheinmetall seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht. Investiert wurde dabei mit ungewöhnlicher Risikobereitschaft: Teile der Aufträge seien „per Handschlag“ getätigt worden, der schriftliche Vertrag kam erst danach.

Um Lieferengpässe abzufedern, lagert der Konzern kritische Güter im Wert von rund acht Milliarden Euro — eine bewusste Belastung für Cashflow und Working Capital. Bei den Beschaffungspreisen zeigte sich Papperger zuversichtlich: Steigende Volumina aus Deutschland und anderen europäischen Ländern würden die Stückkosten drücken. Bei Artilleriemunition sei das bereits messbar.

Der Auftritt des Konzernchefs verlief nicht ungestört. Sprechchöre wie „Nie wieder Krieg“ und mehrfache Zwischenrufe führten dazu, dass Sicherheitskräfte mehrere Störer aus dem Veranstaltungsbereich trugen.

Drohnenboote und maritimer Einstieg

Parallel zur Messe startete Rheinmetall am 20. April in Hamburg die Serienproduktion des Drohnenboots Kraken K3 Scout — auf der Werft Blohm+Voss, die zum Anfang März übernommenen Marineunternehmen NVL gehört. Mit diesem Schritt stieg Rheinmetall erstmals direkt in den militärischen Schiffbau ein.

Zunächst sind rund 200 Einheiten jährlich geplant, die Kapazität könnte auf bis zu 1.000 Boote pro Jahr ausgebaut werden. Das 8,50 Meter lange Fahrzeug erreicht 55 Knoten, trägt bis zu 600 Kilogramm Nutzlast und kann 30 Tage autonom operieren — dauerhaft über Starlink vernetzt.

Kurs unter Druck, Fundamentaldaten robust

Der Markt quittiert die operative Dynamik bislang mit Skepsis. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.341,20 Euro — ein neues 52-Wochen-Tief, rund 33 Prozent unter dem Hoch vom September 2025. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus gut 16 Prozent.

Auf der Unternehmensseite sieht das Bild anders aus. Für 2026 erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz zwischen 14,0 und 14,5 Milliarden Euro — und 91 Prozent dieses Zielumsatzes sind bereits durch bestehende Aufträge gedeckt. 27 Analysten schätzen den Gewinn je Aktie im Schnitt auf 39,61 Euro, was gegenüber 2025 einem Anstieg von rund 166 Prozent entspräche.

Zwei Termine könnten die Stimmung drehen: Am 7. Mai legt Rheinmetall den Q1-Bericht vor, fünf Tage später folgt die Hauptversammlung am 12. Mai. Auftragseingang und Margenentwicklung dürften dann zeigen, ob die operative Stärke auch in den Zahlen sichtbar wird.

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