Rheinmetall Aktie: Großauftrag für 155-mm-Munition

Ein internationaler Kunde bestellte Artilleriemunition; zugleich erhielt Pierburg Fördermittel und Rheinmetall nahm eine Testanlage in Betrieb.

Die Kernpunkte:
  • Mehrere zehntausend Geschosse bestellt
  • Auftragswert im niedrigen dreistelligen Millionenbereich
  • Pierburg erhält rund 1,5 Millionen Euro Förderung
  • Rheinmetall-Aktie seit Jahresbeginn 36 Prozent niedriger

Rheinmetall verzeichnet einen weiteren Großauftrag im Munitionsbereich. Wie das Unternehmen am 14. September mitteilte, hat ein internationaler Kunde mehrere zehntausend Artilleriegeschosse des Kalibers 155 Millimeter bestellt. Das finanzielle Volumen der Vereinbarung bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Auslieferung bis 2027 geplant

Der Auftrag wurde im dritten Quartal 2026 verbucht. Die Auslieferung der bestellten Munition soll im Verlauf des kommenden Jahres anlaufen und bis 2027 vollständig abgeschlossen werden.

Das Geschäft unterstreicht den anhaltenden Bedarf an schwerer Munition bei internationalen Streitkräften. Für den Düsseldorfer Konzern bildet das Segment der großkalibrigen Waffen und Munition ein zentrales Standbein innerhalb der Rüstungsaktivitäten.

Investitionen in Hochtechnologie und Testkapazitäten

Parallel zum Rüstungsgeschäft treibt das Unternehmen technologische Entwicklungen in weiteren Sparten voran. Am Dienstag erhielt die Konzerntochter Pierburg Pump Technology GmbH für ihren sächsischen Standort Hartha Fördermittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Diese Mittel sind für die Weiterentwicklung von Produktionsverfahren für NanoLam-Hochleistungskondensatoren bestimmt. Die Gesamtinvestitionen an diesem Standort belaufen sich auf über 4,4 Millionen Euro.

Gleichzeitig baut der Konzern seine internationale Testinfrastruktur aus. Am 17. September nahm Rheinmetall UK am britischen Standort Telford eine neue Vibration Test Facility in Betrieb. Die spezialisierte Testeinrichtung unterstützt unter anderem das Entwicklungsprogramm für den britischen Kampfpanzer Challenger 3.

Erweiterung der Kooperationen und Fahrzeugprogramme

Zusätzliche Aktivitäten meldete das Unternehmen aus Großbritannien im Bereich geschützter Radfahrzeuge. Gemeinsam mit Mercedes-Benz UK präsentierten die Partner am 17. September auf der Fachmesse DVD 2026 die Militärfahrzeuge Timber Wolf und Silver Wolf. Beide Typen basieren auf der W464-Plattform von Mercedes-Benz und erweitern die bestehende Fahrzeugfamilie.

Die strategische Partnerschaft unter dem Namen Team Wolf hatten beide Unternehmen am 16. September für das Mobilitätsprogramm der britischen Streitkräfte formalisiert. Der britische RBSL-Standort in Telford übernimmt in diesem Verbund die Aufgaben als Integrationszentrum für Systemintegration, Prüfverfahren und Validierung.

Auch im maritimen Bereich kamen Aufträge hinzu: Am Mittwoch sicherte sich die Konzernsparte Naval Systems einen mehrjährigen Rahmenvertrag der Bundeszollverwaltung. Die Vereinbarung beinhaltet Reparaturarbeiten, Wartungsdienste sowie Notfalleinsätze für vier neue Zollschiffe mit Flüssigerdgasantrieb.

Kursentwicklung an der Börse

Trotz des kontinuierlichen Auftragseingangs steht die Aktie an den Finanzmärkten unter Druck. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 986,60 Euro.

Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus des Titels auf 36 Prozent. Die gesamte Marktkapitalisierung des DAX-Konzerns liegt bei 46,20 Milliarden Euro.

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