Rheinmetall Aktie: Großauftrag für Artilleriemunition stabilisiert Kurs
Neue Rüstungsaufträge geben Rheinmetall Rückenwind, während die Aktie seit Jahresbeginn verliert und ein Auftragsbestand von über 80 Milliarden Euro stützt.

- Aktie steigt wieder über 1.000 Euro
- Großauftrag für Artilleriemunition verbucht
- Jahresprognose um 300 Millionen Euro gesenkt
- Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
Nach einer monatelangen Schwächephase stabilisiert sich die Rheinmetall-Aktie wieder oberhalb einer psychologisch wichtigen Schwelle. Am vergangenen Freitag ging das Papier mit 1.016,00 Euro aus dem Handel. Im Wochenvergleich entspricht das einem Zuwachs von 2,5 Prozent. Getrieben wurde die Erholung durch frische Auftragseingänge zu Wochenbeginn, die dem MDAX- und DAX-Konzern operativen Rückenwind verschaffen.
Neue Bestellungen stützen das operative Geschäft
Am Montag vermeldete das Rüstungsunternehmen einen neuen Großauftrag für 155-Millimeter-Artilleriemunition von einem internationalen Kunden. Das Volumen bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich und umfasst eine fünfstellige Anzahl an Geschossen. Die Fertigung ist bereits angelaufen, die Auslieferung soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Verbucht wurde dieser Auftrag bereits im dritten Quartal 2026.
Zusätzliche Planungssicherheit brachte am selben Tag eine Entscheidung aus Berlin. Bundesverteidigungsminister Pistorius setzte den Kurs für eine vierte Flottennachrichtensammler-Fregatte fest, die an Rheinmetalls Werft in Wolgast gebaut werden soll. Am Donnerstag folgte zudem die Nachricht über eine Investition am britischen Standort Telford: Rheinmetall UK baut dort eine neue Vibrationstestanlage auf, um die lokalen Prüfkapazitäten auszubauen.
Diese Meldungen sorgten am Dienstag für eine spürbare Kursreaktion, bei der die Aktie mit einem Tagesplus von 3,1 Prozent über die Marke von 1.000 Euro zurückkehrte.
Getrübtes Sentiment trifft auf Rekordauftragsbestand
Trotz der jüngsten Erholung bleibt das Gesamtjahr für Anleger herausfordernd. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 35 Prozent. Eine schwere Belastung bildete dabei der vor über einem Monat erfolgte Stopp des F126-Fregattenprogramms durch das Bundesverteidigungsministerium, wodurch Rheinmetall die Rolle als Lead Contractor verlor und seine Jahresumsatzprognose um 300 Millionen Euro senken musste.
Auch bei den Analysten gehen die Meinungen auseinander. Am 10. September setzte JPMorgan die Aktie auf die Beobachtungsliste „Negative Catalyst Watch“, beließ die Einstufung jedoch auf „Neutral“. Dagegen hatte Goldman Sachs am 8. September betont, dass das Unternehmen trotz der Kursverluste über großes Potenzial verfüge, und auf den Großauftrag über mobile Rettungsstationen für die Bundeswehr verwiesen.
Fundamentale Unterstützung liefert das bestehende Polster: Der Auftragsbestand überstieg zuletzt die Marke von 80 Milliarden Euro.
Konkrete Aufschlüsse über die weitere finanzielle Entwicklung erwarten Marktteilnehmer am 5. November 2026 mit der Vorlage der Bilanz zum dritten Quartal. Ein weiterer wichtiger Termin folgt am 9. Dezember 2026, wenn im Bundestag die Abstimmung über das Arminius-Projekt ansteht.
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