Rheinmetall Aktie: Iceye-Kooperation mit 72 Satelliten

Rheinmetall präsentiert sich bei NATO-Übung mit Puma-Panzern und treibt Satellitenproduktion in Neuss voran.

Die Kernpunkte:
  • Puma-Panzer bei NATO-Großübung im Einsatz
  • Satellitenfertigung in Kooperation mit Iceye
  • Anleihe über 500 Millionen Euro platziert
  • Aktie erholt sich nach Jahresverlusten

Rheinmetall zeigt sich am Wochenende auf zwei Ebenen präsent. In Litauen beginnt die erste große Gefechtsübung der neuen deutschen Panzerbrigade 45 — mit Schützenpanzern vom Typ Puma im Zentrum. Gleichzeitig konkretisiert sich der Aufbau einer Satellitenproduktion in Deutschland.

Puma-Einsatz bei „Freedom Shield“

Auf dem Truppenübungsplatz Pabrade hat die NATO-Übung „Freedom Shield“ begonnen. Rund 2.900 Soldaten, davon 2.300 aus Deutschland, trainieren mit etwa 800 Fahrzeugen den Ernstfall. Im Fokus: die von Rheinmetall produzierten Schützenpanzer Puma sowie Kampfpanzer Leopard 2.

Die Verlegung der Einheiten erfolgte per Fähre und Bahn. Hintergrund ist der Aufbau der Brigade 45 als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage an der NATO-Ostflanke. Bis 2027 soll die Brigade mit 4.800 Soldaten voll einsatzfähig sein. Die Übung, bei der auch Drohnenabwehr und Artillerieintegration trainiert werden, ist künftig zweimal jährlich geplant.

Kooperation mit Iceye: Radarsatelliten aus Neuss

Parallel treibt Rheinmetall die Diversifizierung voran. In Neuss entsteht in Kooperation mit dem finnischen Unternehmen Iceye eine Fertigung für Radarsatelliten zur militärischen Aufklärung. Iceye betreibt derzeit 72 Satelliten und plant bis 2027 weitere 60 Einheiten. Rheinmetall fungiert als industrieller Partner für die Produktion in Deutschland.

Hinzu kommt eine mögliche Ansiedlung von Rüstungsprojekten in Osnabrück. Die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo äußerte sich offen für die Nutzung des Standorts durch das Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles. Da dort die Fertigung für Porsche 2026 ausläuft, wird der Standort für Militärfahrzeuge geprüft. Prototypen wurden bereits auf Fachmessen präsentiert.

Anleihe überzeichnet, Aktie erholt

Die Aktie notierte am Freitag bei 1.291,60 Euro und legte auf Wochensicht 5,75 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 19,35 Prozent zu Buche. Der Kurs liegt deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro.

Ende Mai sicherte sich der Konzern frisches Kapital über eine Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro. Die Emission mit Laufzeit bis Mai 2031 und einem Kupon von 3,375 Prozent war 7,8-fach überzeichnet. Die Mittel dienen der Finanzierung des laufenden Wachstums — unter anderem durch den jüngsten Abruf von über 2.000 Transportfahrzeugen durch die Bundeswehr im Wert von rund 1,015 Milliarden Euro.

Anfang Juli plant Verteidigungsminister Boris Pistorius einen Kabinettsbeschluss für das „Reservestärkungsgesetz“. Das Gesetz sieht verpflichtende Dienstleistungen für Reservisten vor, um bis Mitte der 2030er Jahre 465.000 verfügbare Kräfte zu erreichen. Am 6. Juni findet der „Tag der Bundeswehr“ statt — mit Rheinmetall-Großgerät unter anderem in Eckernförde.

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