Rheinmetall Aktie: Italia bringt Satellit per SpaceX ins All

Neue US-Aufträge und Raumfahrtprojekte erweitern Rheinmetalls Geschäft, während Berenberg das Kursziel senkt und Bernstein positiv bleibt.

Die Kernpunkte:
  • US-Auftrag über rund 18,05 Millionen Euro
  • Serienfertigung von Radarsatelliten in Neuss gestartet
  • Australische Vereinbarung für Drohnenabwehrsystem AERIE
  • Berenberg senkt Ziel, Bernstein bleibt positiv

Rheinmetall forciert die internationale Expansion jenseits der europäischen Stamm-Märkte und setzt dabei verstärkt auf das US-Verteidigungsgeschäft sowie neue Technologiebereiche. Gestern begann in Washington die Rüstungsmesse AUSA 2026, auf der die Tochtergesellschaft American Rheinmetall gemeinsam mit Partnern Systeme für die U.S. Army präsentiert.

Die Vorführungen umfassen Kampffahrzeuge, autonome Systeme, Flugabwehr und Munition. Mit mehr als 1.500 Beschäftigten in sechs US-Bundesstaaten will der Konzern seine Rolle im amerikanischen Rüstungssektor festigen.

Flankiert wird der Messeauftritt durch bestehende Beschaffungsprogramme. Ende September erhielt American Rheinmetall über die Defense Logistics Agency einen Lieferauftrag für 3.104 verbesserte MK93-Waffenhalterungen. Die Vereinbarung schließt zudem die Modernisierung von 245 bestehenden Einheiten ein. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 18,05 Millionen Euro (20,7 Millionen US-Dollar).

Neue Geschäftsfelder in Raumfahrt und Drohnenabwehr

Parallel zum Engagement in Übersee baut der Konzern seine Aktivitäten in der Aufklärungstechnik aus. Am Standort Neuss startete die Serienproduktion von Radarsatelliten durch Rheinmetall ICEYE Space Solutions. Im Rahmen der Initiative SPOCK-1 erhält die Bundeswehr direkten Zugriff auf mehrere dedizierte SAR-Aufklärungssatelliten und kann diese künftig eigenständig beauftragen.

Bereits am 1. Oktober brachte Rheinmetall Italia zusammen mit dem Partner Argotec einen ersten Satelliten per SpaceX-Rakete in die Umlaufbahn. Ein weiterer Start ist für 2028 geplant.

Auch im Bereich der bodengebundenen Nahbereichsverteidigung erweitert der Konzern das Angebot. In Australien vereinbarte Rheinmetall Defence Australia mit Praetorian Aeronautics die Lieferung des containerisierten Drohnenabwehrsystems AERIE. Dessen Werfereinheit bietet Platz für mehr als 20 Abfangflugkörper. Die Vorführung des Systems unter Einsatzbedingungen soll im vierten Quartal 2026 beginnen.

Analysten blicken auf die Zeit nach 2030

Trotz der operativen Initiativen bleibt die Stimmung am Kapitalmarkt geteilt. Am vergangenen Freitag stufte Berenberg die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 1.600 Euro auf 1.020 Euro. Als Begründung verwies das Bankhaus auf Unsicherheiten hinsichtlich des Wachstums nach 2030. Das Analysehaus Bernstein Research bestätigte am selben Tag hingegen seine Einstufung mit „Outperform“ und nannte ein Kursziel von 1.200 Euro.

Die Rheinmetall-Aktie notiert aktuell bei 961,80 Euro. Damit liegt der Titel rund 51 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.965,00 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursminus auf 38 Prozent. Finanzielle Flexibilität verschaffte sich das Unternehmen zuletzt durch die Erneuerung und Verdopplung seiner Kreditlinie auf 1,5 Milliarden Euro. Der nächste fundamentale Gradmesser folgt am 5. November 2026 mit den Zahlen zum dritten Quartal.

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