Rheinmetall Aktie: Italien-Deal trifft Skepsis

Berichte nennen italienische Bestellungen über 3,7 Milliarden Euro; die UBS reduziert ihr Kursziel, hält aber an ihrer Kaufempfehlung fest.

Die Kernpunkte:
  • Italienische Aufträge bislang unbestätigt
  • Bestellvolumen laut Berichten: 3,7 Milliarden Euro
  • UBS senkt Kursziel auf 1.360 Euro
  • Werft-Zuschlag in Rumänien mit MSC

Zwei Großaufträge aus Italien könnten Rheinmetall Milliarden bringen. Der Markt zeigt sich davon bislang wenig beeindruckt, denn der jüngste Abwärtstrend der Aktie hält an.

Über das Gemeinschaftsunternehmen mit Leonardo soll die italienische Armee Aufträge im Volumen von 3,7 Milliarden Euro vergeben haben. Es geht um Gefechtsfahrzeuge des Typs A2CS und um Kampfpanzer der neuen Generation. Beide Bestellungen gehören zum Modernisierungsprogramm der italienischen Streitkräfte. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor, die Informationen stammen aus Finanzkreisen.

UBS dreht vorsichtiger

Die Aktie notiert aktuell bei rund 1.020 Euro und hat in dieser Handelswoche erneut nachgegeben. Die Erholung der vergangenen zwei Wochen ist damit ins Stocken geraten.

Die UBS senkte ihr Kursziel von 1.600 auf 1.360 Euro, bleibt aber bei „Buy“. Analyst Sven Weier sieht im Abstand zum aktuellen Kurs weiterhin mehr als 30 Prozent Luft nach oben. Seine Begründung betrifft den Kapitalmarkttag am 26. und 27. November.

Weier rechnet nicht mehr mit immer höheren Zielen, sondern mit konservativeren Vorgaben, die Enttäuschungen vermeiden sollen. Er hält es allerdings für denkbar, dass der Vorstand im Rüstungsgeschäft wieder offensiver auftritt.

Werft in Rumänien, Insiderkäufe im Hintergrund

Parallel dazu baut der Konzern sein maritimes Geschäft aus. Gemeinsam mit der Schweizer Reederei MSC erhielt Rheinmetall den Zuschlag für die Mangalia-Werft in Rumänien. Die Partner zahlen zusammen 138 Millionen Euro. Der Abschluss wird nach Unternehmensangaben in den kommenden Wochen erwartet. Der Standort soll als Dual-Use-Werft zivile und militärische Schiffe bauen.

Der Kursverlauf bleibt dennoch zäh. Von ihrem Höchststand hat die Aktie mehr als 50 Prozent korrigiert, zudem musste der Konzern operativ zurückrudern. Konzernchef Armin Papperger trat zuletzt Ende September nahe den Jahrestiefs als Käufer eigener Aktien auf.

Der Kapitalmarkttag Ende November liefert den nächsten klaren Prüfstein. Dort legt der Vorstand neue Mittelfristziele vor, und die UBS erwartet bewusst vorsichtigere Zahlen als in den Vorjahren.

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