Rheinmetall Aktie: Konkurrenz drängt in den Drohnenmarkt
Stark Defence bereitet eine Bundeswehr-Lieferung über 275 Millionen Euro vor, während Rheinmetall auf neue Aufträge und Drohnentechnik setzt.

- Rheinmetall notiert knapp über 1.000 Euro
- Stark Defence bereitet erste Lieferung vor
- Drohnencharge umfasst 275 Millionen Euro
- Kursziele liegen zwischen 1.350 und 1.900 Euro
Die 1.000-Euro-Marke bleibt für Rheinmetall ein wackeliger Wert. Am Mittwoch notierte die Aktie mit einem leichten Plus knapp über dieser Schwelle – ein Comeback nach einem Kursjahr, in dem sich der Wert des Papiers binnen zwölf Monaten fast halbiert hat. Neue Konkurrenz aus der Drohnenbranche macht die Lage nicht einfacher.
Stark Defence startet erste Auslieferung
Der Berliner Drohnenhersteller Stark Defence steht kurz davor, seine ersten Kamikaze-Drohnen an die Bundeswehr auszuliefern. Es geht um eine Charge im Wert von 275 Millionen Euro aus einem milliardenschweren Rahmenvertrag, den auch Rheinmetall und der Konkurrent Helsing sich teilen.
Die erste Lieferung soll nach Litauen gehen, wo eine deutsche Brigade stationiert ist – im November folgt eine Nato-Übung, bei der die Systeme demonstriert werden sollen.
Der Kostenvorteil der neuen Waffengattung ist offensichtlich: Eine einzelne Virtus-Drohne von Stark kostet laut Unternehmensangaben unter 100.000 Euro, während ein damit ausgeschalteter Panzer mehrere Millionen Euro wert ist. Für Rheinmetall bedeutet das wachsenden Wettbewerbsdruck in einem Marktsegment, das der Konzern selbst erst kürzlich mit einer eigenen Drohnen-Offensive zur See erschließen wollte.
Politischer Rückenwind trotz Kritik
Verteidigungsminister Boris Pistorius wies unterdessen Vorwürfe zurück, die Bundeswehr stecke zu viel Geld in veraltete Technik. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hatte gefordert, statt in Panzer und Schiffe mehr in Drohnen, KI und Robotik zu investieren.
Pistorius konterte mit Verweis auf den neuen Kampfpanzer Leopard 2 A8 und betonte, unbemannte Systeme zu Wasser, zu Luft und an Land spielten in den kommenden Beschaffungsvorhaben eine zentrale Rolle.
Für Rheinmetall als größten deutschen Rüstungskonzern ist diese Debatte nicht nur politisch, sondern geschäftsrelevant. Ein Teil der Kurshoffnung ruht auf dem milliardenschweren Radpanzer-Programm Arminius, dessen Vergabe Analysten der Bank of America noch in diesem Jahr erwarten.
Das Analystenbild bleibt insgesamt gespalten. Die Kursziele reichen von 1.350 bis 1.900 Euro – eine Bandbreite, die zeigt, wie unterschiedlich die Wachstumsaussichten des Konzerns zwischen klassischem Rüstungsgeschäft und neuen Drohnentechnologien eingeschätzt werden.
Ob Rheinmetall im aufkommenden Wettbewerb mit spezialisierten Drohnenherstellern wie Stark Defence oder Helsing mithalten kann, dürfte sich an der Vergabe des Arminius-Programms und weiteren Bundeswehr-Order in den kommenden Monaten zeigen.
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