Rheinmetall Aktie: Kooperation mit Mercedes-Benz UK besiegelt
Der Konzern fertigt für die US-Armee 3.104 Waffensysteme und modernisiert 245 Lafetten; weitere Projekte stärken seine Standorte.

- US-Auftrag über 20,7 Millionen US-Dollar
- Auslieferung bis Oktober 2027 vorgesehen
- Telford für Fahrzeugintegration ausgewählt
- Vorstand kaufte Aktien für 498.947,80 Euro
Der Rüstungskonzern Rheinmetall treibt die Fertigung für internationale Streitkräfte voran. Über die Tochtergesellschaft American Rheinmetall sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag der U.S. Army. Die Vereinbarung zur Fertigung von 3.104 neuen MK93-Enhanced-Softmount-Systemen hat einen Wert von 20,7 Millionen USD.
Zusätzlich beinhaltet das Vorhaben die Modernisierung von 245 bestehenden Lafetten. Die Auslieferungen an die U.S. Army sollen bis Oktober 2027 abgeschlossen sein. Der Auftrag unterstreicht das Bestreben des Düsseldorfer Konzerns, auf dem nordamerikanischen Verteidigungsmarkt weiter Fuß zu fassen.
Solche Serienaufträge sichern den Auslastungsgrad der spezialisierten Fertigungsstätten über mehrere Jahre ab. Für das Rüstungsunternehmen kommt es darauf an, standardisierte Baugruppen in hohen Losgrößen an Großkunden zu liefern. Dies erhöht die Planungssicherheit bei den operativen Abläufen.
Ausbau von Kooperationen und Standorten
Auch in Großbritannien verstärkt das Unternehmen seine industrielle Präsenz. Für das Land Mobility Programme der British Army schloss Rheinmetall UK eine Kooperation mit Mercedes-Benz UK ab.
Das Bündnis Team Wolf wählte Telford als Standort für die Fahrzeugintegration aus. Dabei wird ein britischer Wertschöpfungsanteil von bis zu 50 Prozent angestrebt. Zudem stärkte Rheinmetall UK die britischen Testkapazitäten mit einer neuen Schwingungsprüfanlage am Standort Telford.
Ergänzend dazu baute der Konzern seine internationale Infrastruktur aus. In Norwegen nahm Rheinmetall einen Standort mit einer Fläche von 4.579 Quadratmetern in Betrieb. Das Werk ist für 127 Beschäftigte ausgelegt. Zudem brachte das Unternehmen gemeinsam mit dem Partner Argotec einen ersten Satelliten zur militärischen Luftraumüberwachung in die Umlaufbahn, dem im Jahr 2028 ein weiterer Satellit folgen soll.
Mit diesen Schritten deckt der Konzern ein breiteres Spektrum militärischer Anforderungen ab. Neben bodengebundenen Fahrzeugen und Waffenanlagen gewinnen vernetzte Systeme an Bedeutung. Bei der multinationalen Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal erprobte das Unternehmen unbemannte Systeme zum Schutz maritimer Infrastruktur. Ein containerisiertes System diente der Deutschen Marine dabei als verlegbare Einsatzzentrale.
Vorstandskauf und Ausblick auf das Quartal
Rückhalt für den operativen Kurs signalisierte der Vorstand. Armin Theodor Papperger, Vorstand der Rheinmetall AG, kaufte am 29. September Aktien des eigenen Hauses für ein aggregiertes Volumen von 498.947,80 Euro. Solche Zukäufe aus Führungsetagen gelten am Markt oft als Vertrauensbeweis in die fundamentale Verfassung des Unternehmens.
An der Börse ging die Aktie am Freitag mit einem Schlusskurs von 959,80 Euro ins Wochenende. Das entsprach einem Tagesplus von 1,0 Prozent. Klarheit über die finanzielle Entwicklung der jüngsten Initiativen erwarten Marktteilnehmer am 5. November mit der Veröffentlichung des Berichts zum dritten Quartal.
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