Rheinmetall Aktie: Laserauftrag mit MBDA
Rheinmetall erhält Großauftrag für Laserwaffensystem und plant Raketenproduktion mit Lockheed Martin, während der Aktienkurs weiter fällt.

- Großauftrag für Hochenergie-Laserwaffensystem
- Kooperation mit Lockheed Martin für Raketenfertigung
- Aktienkurs fällt trotz positiver Nachrichtenlage
- Quartalszahlen im August mit Spannung erwartet
Ein Millionen-Auftrag für die Marine, ein Pakt mit Lockheed Martin – und trotzdem rutscht die Aktie weiter ab. Bei Rheinmetall klaffen operative Erfolge und Börsenrealität gerade deutlich auseinander.
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern hat gemeinsam mit MBDA Deutschland einen Großauftrag für ein Hochenergie-Laserwaffensystem an Land gezogen. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr unterschrieb den Vertrag am 9. Juli 2026. Der Wert liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, einsatzbereit soll das System bis 2029 sein.
Laser gegen Drohnen
Rheinmetall und MBDA gründen für das Projekt eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft, die ARGE HEL. Ein Joint Venture der beiden Firmen befindet sich derzeit in Gründung. Das Laserwaffensystem soll die komplette Wirkkette abdecken: Aufklärung, Zielverfolgung, Bekämpfung.
Besonders wichtig ist den Beteiligten die deutsche Lieferkette. Das System soll die Marine vor allem gegen Drohnen schützen – ein Bereich, in dem viele NATO-Staaten derzeit aufrüsten.
Rheinmetall knüpft an diesen Erfolg weitere strategische Fäden. Am 7. Juli 2026 unterzeichnete der Konzern eine Absichtserklärung mit Lockheed Martin. Beide Firmen wollen gemeinsam ATACMS-Raketen in Europa produzieren, die erste Fertigungslinie außerhalb der USA soll am Standort Unterlüß entstehen.
Kurs bricht trotz Auftragsflut ein
Die Nachrichtenlage wirkt stark. Der Aktienkurs zeigt das Gegenteil. Rheinmetall notiert aktuell bei 995,40 Euro, ein Minus von 1,48 Prozent allein am heutigen Tag.
Der Blick auf die letzten Wochen zeigt das Ausmaß des Rückgangs deutlicher. In sieben Tagen verlor die Aktie 9,26 Prozent, auf Monatssicht sind es 16,76 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 37,85 Prozent zu Buche – gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro aus dem September 2025 hat sich der Kurs praktisch halbiert.
Woher kommt dieser Bruch zwischen operativer Stärke und Kursschwäche? Die Antwort liegt im ersten Quartal 2026. Rheinmetall verfehlte die Gewinnprognosen damals deutlich, obwohl das operative Ergebnis stieg.
Ein strategischer Bestandsaufbau belastete zusätzlich den Cashflow. Für das zweite Quartal erwarten Beobachter hier eine Verbesserung. Die annualisierte Volatilität der Aktie liegt derzeit bei 68,80 Prozent – ein Wert, der die Nervosität am Markt klar widerspiegelt.
Der RSI von 37,4 deutet auf eine überverkaufte Situation hin. Zum 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro, erreicht erst am 25. Juni 2026, beträgt der Abstand nur noch 10,29 Prozent.
Was der August zeigen muss
Der Laser-Auftrag und die Lockheed-Kooperation belegen: Rheinmetall bleibt operativ auf Wachstumskurs. Die Bewertung an der Börse folgt derzeit anderen Regeln als das Auftragsbuch.
Am 6. August 2026 veröffentlicht Rheinmetall die Zahlen für das zweite Quartal. Zeigt sich dort tatsächlich die erwartete Cashflow-Verbesserung, könnte das die aktuelle Kursschwäche relativieren.
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