Rheinmetall Aktie: Lynx-Prototyp an US-Armee übergeben

Neue US-Aufträge und der geplante Kasseler Ausbau stärken Rheinmetalls Geschäft, während Prognosesenkung und Kursverluste die Aktie belasten.

Die Kernpunkte:
  • US-Auftrag im niedrigen Millionenbereich
  • Erster Lynx-XM30-Prototyp übergeben
  • Kasseler Ausbau über 260 Millionen Euro
  • Arminius-Verhandlungen für September angesetzt

Während die Rheinmetall-Aktie seit Wochen unter der Guidance-Senkung vom 6. August leidet, meldet der Konzern zum Wochenauftakt operative Fortschritte im Militärgeschäft. Am Freitag erhielt Rheinmetall Canada über die Canadian Commercial Corporation einen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums für Ersatzkomponenten des Systems MSU-200NAV.

Der Auftragswert bewegt sich im einstelligen Millionen-Euro-Bereich, die Auslieferung ist für Ende 2026 bis Ende 2028 vorgesehen – ein kleines, aber sichtbares Zeichen für die US-Expansion des Konzerns.

Nur zwei Tage zuvor hatte American Rheinmetall den ersten von acht Lynx-XM30-Prototypen an die US-Armee übergeben. Das Fahrzeug geht nach eigenen Unternehmensangaben direkt in die staatliche Entwicklungs- und Leistungsprüfung. Beide Meldungen unterstreichen, dass Rheinmetall im US-Markt operativ liefert, während der Aktienkurs davon zuletzt kaum profitierte.

Kurs folgt eigener Logik

Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 1.036,00 Euro, ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 7,1 Prozent zu Buche.

Ein einzelnes kursbewegendes Ereignis vom Freitag ist öffentlich nicht dokumentiert – die Bewegung reiht sich in den Abwärtstrend seit Anfang August ein, der maßgeblich auf die gesenkte Jahresprognose zurückgeht. Die Aktie notiert damit rund 5,5 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, ein Zeichen dafür, dass der kurzfristige Trend weiterhin nach unten zeigt.

Die operativen Nachrichten aus den USA konnten die Stimmung bislang nicht drehen. Anleger scheinen stärker auf die Cashflow- und Margenentwicklung zu blicken als auf einzelne Auftragsmeldungen im niedrigen Millionenbereich.

Kapazitätsausbau als Gegengewicht

Parallel zu den US-Aufträgen treibt Rheinmetall den Ausbau der Fertigungskapazitäten in Deutschland voran. Ende August kündigte der Konzern eine Investition von über 260 Millionen Euro am Standort Kassel an.

Der dortige Flughafen soll zu einem Logistik- und Drohnen-Testzentrum werden, laut Unternehmensangaben soll dort das „größte Panzerwerk Europas“ entstehen. Rund 1.000 neue Arbeitsplätze sind geplant – ein Investment, das auf mittelfristiges Wachstum setzt, kurzfristig aber zusätzlichen Kapitalbedarf bedeutet.

Blick auf Arminius

Im Fokus der Anleger dürfte in den kommenden Tagen das Bundeswehr-Projekt Arminius stehen. Die finalen Verhandlungen sind für die zweite Septemberwoche angesetzt, die parlamentarische Behandlung folgt am 9. Dezember.

Der Fixvertrag über rund 12,4 Milliarden Euro für Fahrzeuge bis 2029 plus ein Servicevertrag von vier Milliarden Euro, davon zwei Milliarden Euro für Rheinmetall, könnte bei erfolgreichem Abschluss neue Impulse liefern. Zwei Optionen würden den Gesamtrahmen sogar auf bis zu 26 Milliarden Euro heben.

Bis zur nächsten Bilanzvorlage am 5. November bleibt der Kurs damit zwischen operativen Erfolgsmeldungen aus den USA, dem milliardenschweren Arminius-Poker in Berlin und den Nachwirkungen der im August gesenkten Jahresprognose gefangen. Für die Aktie zählt derzeit weniger die einzelne Auftragsmeldung als die Frage, ob Rheinmetall seine Marge und den Cashflow in den kommenden Quartalen stabilisieren kann.

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