Rheinmetall Aktie: MGCS-Scheitern droht

Rheinmetall-Chef warnt vor Scheitern des Panzerprojekts MGCS. Der Aktienkurs fällt, während der Konzern auf Leopard 3 und neue Drohnen setzt.

Die Kernpunkte:
  • CEO warnt vor MGCS-Aus
  • Kurs fällt um über drei Prozent
  • Fokus auf Leopard 3 und Drohnen
  • Milliarden-Joint-Venture mit OHB

CEO Armin Papperger hat öffentlich vor dem Scheitern des MGCS gewarnt — und die Anleger reagierten prompt. Das deutsch-französische Großpanzerprojekt könnte scheitern, bevor es richtig begonnen hat. Für eine Aktie, die ohnehin schon unter Druck steht, kommt das zur Unzeit.

Fast zehn Jahre, 25 Millionen Euro

Das MGCS sollte den Leopard 2 ersetzen. Ein ambitioniertes Vorhaben — das in der Praxis kaum Fahrt aufgenommen hat. Papperger kritisierte, dass die beteiligten Unternehmen in knapp zehn Jahren Entwicklungszeit gerade einmal 25 Millionen Euro erhalten haben. Frankreich plant nun offenbar massive Budgetkürzungen, die das Projektvolumen auf weniger als die Hälfte drücken könnten.

Rheinmetall zieht daraus Konsequenzen. Der Konzern setzt verstärkt auf eine deutsche Eigenentwicklung: den Leopard 3, der bereits Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit sein soll. Eine Einsatzbereitschaft des MGCS wird erst für die 2040er Jahre erwartet.

Drohnen, Raumfahrt, neue Allianzen

Auf der ILA in Berlin zeigte Rheinmetall, wohin es strategisch steuert. Gemeinsam mit Boeing Australia präsentierte der Konzern die Jagdbomberdrohne MQ-28 Ghost Bat — ein System, das künftig auch für die Bundeswehr relevant werden könnte. Hinzu kommt die Schwerlastdrohne Victor U250, die bis zu 250 Kilogramm über 300 Kilometer transportieren soll.

Ein weiterer Schritt: Rheinmetall gründet mit dem Bremer Raumfahrtkonzern OHB das Joint Venture „OHB Rheinmetall Space Networks GmbH“. Das Vorhaben zielt auf sichere Satellitenkommunikation für die Bundeswehr ab und umfasst den Aufbau eines Cyber Operation Centers. Intern gilt das als potenzielles Milliardenprojekt.

Kurs weit unter Jahreshoch

An der Börse hinterließ der MGCS-Alarm sichtbare Spuren. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.196,60 Euro — ein Minus von 3,11 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf 25,28 Prozent. Das 52-Wochen-Tief vom 13. Mai bei 1.099,80 Euro ist nur noch knapp neun Prozent entfernt.

Operativ bleibt die Konzernführung zuversichtlich. Für 2026 peilt Rheinmetall ein Umsatzplus von 40 bis 45 Prozent an — das entspricht einem Erlösziel von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro. Die globale Aufrüstungswelle trägt das Geschäft. Ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, hängt auch davon ab, wie Berlin auf die MGCS-Krise reagiert. Signale aus dem Verteidigungsministerium zur Panzer- und Kampfjetnachfolge könnten schon in der kommenden Woche neue Orientierung geben.

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