Rheinmetall Aktie: Neue Prüfanlage für Challenger 3
Fördermittel für NanoLam-Kondensatoren, ein Zollschiff-Vertrag und internationale Standortprojekte prägen Rheinmetalls jüngste Aktivitäten.

- 1,5 Millionen Euro Förderung für NanoLink
- Wartungsvertrag für vier LNG-Zollschiffe gesichert
- Neue Schwingungsprüfanlage in Telford eröffnet
- MWB Research stuft Rheinmetall auf Hold
Rheinmetall setzt abseits klassischer Großaufträge verstärkt auf technologische Spezialprojekte und langfristige Dienstleistungen. Der Konzern treibt die Modernisierung seiner Fertigungsprozesse sowie Instandhaltungsaufträge für maritime Einheiten voran. Am heutigen Dienstag notiert die Aktie bei 962,70 Euro mit einem leichten Tagesverlust von 0,9 Prozent.
Förderung für Hochtechnologie und maritime Systeme
Am sächsischen Standort Hartha investiert das Unternehmen in zukunftsträchtige Fertigungsverfahren. Die Konzerntochter Pierburg Pump Technology GmbH erhält für das Vorhaben NanoLink staatliche Fördermittel von rund 1,5 Millionen Euro. Das Projekt dient der Prozessentwicklung zur Fertigung von NanoLam-Kondensatoren. Rheinmetall beziffert die geplanten Gesamtinvestitionen am Standort auf über 4,4 Millionen Euro.
Die Maßnahme stärkt die hauseigene Entwicklung von elektronischen Basiskomponenten. Zeitgleich baut das Unternehmen seine Rolle bei behördlichen Dienstleistungen auf See aus.
In diesem Segment sicherte sich die Konzerndivision Naval Systems am 23. September einen mehrjährigen Rahmenvertrag der Generalzolldirektion. Die Vereinbarung beinhaltet Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie einen Notfallservice für vier LNG-Zollschiffe.
Zuvor erprobte das Unternehmen am 21. September bei der NATO-Übung REPMUS26 vernetzte unbemannte Systeme. Bei dem Manöver stellte Rheinmetall eine mobile containerisierte Einsatzzentrale für die Deutsche Marine bereit.
Ausbau der internationalen Standorte
Auch im Ausland vergrößert der Konzern seine technischen Kapazitäten. Rheinmetall UK nahm am 17. September in Telford eine neue Schwingungsprüfanlage in Betrieb. Die Anlage nimmt Baugruppen mit einem Gewicht von bis zu 40 Tonnen auf und unterstützt die Arbeiten am britischen Kampfpanzer Challenger 3. An demselben Standort vertieften Rheinmetall und Mercedes-Benz UK ihre Partnerschaft für das britische Land Mobility Programme.
In Nordamerika treibt das Unternehmen ebenfalls Erweiterungen voran. Rheinmetall Canada leitete am 16. September den Ausbau des Standorts in Québec um 7.060 Quadratmeter ein. Der Schritt zielt auf den Ausbau der industriellen Kompetenzen für autonome Landsysteme ab.
Zudem meldete das Unternehmen Fortschritte bei Ausbildungslösungen. Ein neu konzipiertes Ausbildungsgerät für den schweren Waffenträger Infanterie bestand am 22. September den Werksabnahmetest. Bis Mitte 2027 sollen fünf dieser AGSW-Systeme an die Streitkräfte übergeben werden.
Kursentwicklung und Neubewertung
Am Kapitalmarkt konsolidierte das Papier nach früheren Höchstständen spürbar. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 38 Prozent. Medienberichten zufolge stufte MWB Research den Titel am 21. September von „Sell“ auf „Hold“ herauf und bestätigte diese Haltung am Donnerstag.
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