Rheinmetall Aktie: Neue Testanlage in Telford
Rheinmetall hat den AGSW-Simulator für die Bundeswehr abgenommen und investiert in Großbritannien zugleich in eine neue Testanlage.

- AGSW-Werksabnahme in Bremen erfolgt
- Fünf Simulationssysteme bis Mitte 2027
- Rheinmetall UK baut Vibrationstestanlage
- Aktie seit Jahresbeginn 35 Prozent schwächer
Rheinmetall hat einen entscheidenden Schritt bei der Ausrüstung der Bundeswehr vollzogen. Für den Schweren Waffenträger Infanterie absolvierte das neue Ausbildungsgerät AGSW die Werksabnahme am Standort Bremen. Damit liegt das Rüstungsunternehmen im vereinbarten Zeitplan, um die Truppe noch vor dem Eintreffen der eigentlichen Gefechtsfahrzeuge mit modernen Simulatoren zu schulen. An der Börse notiert die Aktie heute mit einem leichten Minus von 0,7 Prozent bei 1.005,00 Euro.
Ausbildungstechnik vor Zulauf der Radpanzer einsatzbereit
Das Ausbildungsgerät für die Schieß- und Gefechtsausbildung wurde durch das Amt für Heeresentwicklung, das Beschaffungsamt BAAINBw sowie Vertreter der Jägertruppe und der Infanterieschule abgenommen. Der zuständige Projektleiter des BAAINBw bestätigte das Bestehen des Werksabnahmetests offiziell im Juli. Die Entwicklung startete nach dem Vertragsschluss Anfang 2024 und fand im Juli ihren Abschluss.
Bereits zwischen September 2025 und April 2026 erhielten die Jägerbataillone entsprechende Handlungstrainer. Die erste vollwertige AGSW-Anlage soll im Herbst dieses Jahres an die Infanterieschule übergeben werden. Bis Mitte 2027 plant das Unternehmen die Auslieferung von insgesamt fünf dieser Simulationssysteme an die Truppe.
Die Simulatoren verfügen über eine Leitungs- und Auswertestation sowie vier Kampfräume und lassen sich mit weiteren Desktoptrainern der Infanterie vernetzen. Sie bilden das Fahrmodul des Radpanzers Boxer mit dem Lance-Zweimann-Turm nach. Deutschland beschafft über einen Regierungsvertrag mit Australien insgesamt 123 dieser Schweren Waffenträger Infanterie, welche das Vorgängersystem Wiesel 1 ablösen sollen.
Investitionen in britische Testinfrastruktur
Parallel zum Fortschritt bei den Bundeswehr-Programmen verstärkt der Konzern seine Kapazitäten im Ausland. Rheinmetall UK investiert am Standort Telford in eine neue Vibrationstestanlage. Die Einrichtung dient aktuell der Entwicklung des künftigen britischen Kampfpanzers Challenger 3.
Die Anlage reproduziert Fahrzeugbewegungen in einer kontrollierten Testumgebung und kann Baugruppen mit einem Gewicht von bis zu 40 Tonnen prüfen. Wie Rob Hunter, zuständiger Testmanager bei Rheinmetall UK, mitteilte, erlaubt die Technik realitätsnahe Belastungstests vor Beginn physischer Erprobungen. Langfristig soll die Einrichtung auch für andere Verteidigungsprogramme und zivile Anwendungen offenstehen.
Konsolidierung vor den Quartalszahlen
An den Finanzmärkten verlief das Jahr für die Aktionäre bisher verhalten. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 35 Prozent, nachdem der Titel im Vorjahr deutliche Zuwächse verbucht hatte.
Für das Management kommt es nun darauf an, das hohe Auftragspolster planmäßig und ohne operative Reibungsverluste abzuarbeiten. Neue Hinweise auf den operativen Geschäftsverlauf und die Profitabilität der laufenden Rüstungsprogramme erwarten die Marktteilnehmer am 5. November, wenn Rheinmetall die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegt.
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