Rheinmetall Aktie: Operatives Ergebnis springt 73 Prozent

Rheinmetall bestätigt starke Halbjahreszahlen mit 39 Prozent Umsatzplus und hebt die Jahresprognose an. Neue US-Aufträge stärken das Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz wächst um 39 Prozent
  • Jahresprognose angehoben
  • Neuer US-Auftrag für Bodenfahrzeuge
  • Aktie erholt sich vom F126-Schock

Rheinmetall hat mit den vollständigen Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 seine bereits vorab gemeldeten Eckdaten bestätigt. Der Umsatz kletterte auf 5,227 Milliarden Euro, ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis wuchs mit 73 Prozent noch deutlich schneller auf 786 Millionen Euro. Die operative Marge stieg auf 15,0 Prozent.

Der Rüstungskonzern passte im Zuge der Veröffentlichung seine Jahresprognose an: Für 2026 erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent und einer Cash Conversion Rate von über 40 Prozent.

Bereits Ende Juli hatte Rheinmetall per Ad-hoc-Meldung vorläufige Q2-Zahlen präsentiert, die deutlich über den Erwartungen lagen: Der Quartalsumsatz sprang um 69 Prozent, das operative Ergebnis übertraf den Analystenkonsens von 469,9 Millionen Euro um rund ein Fünftel.

Auftragsbestand wächst, Gewinn je Aktie sinkt

Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 80,467 Milliarden Euro nach 55,972 Milliarden Euro ein Jahr zuvor – ein Zuwachs von 43 Prozent. Neue Aufträge kamen im Berichtszeitraum unter anderem durch einen Loitering-Munition-Vertrag mit der Bundeswehr und ein SAFE-Auftragspaket mit Rumänien hinzu.

Trotz des Wachstums fiel das Ergebnis je Aktie im zweiten Quartal mit 2,66 Euro niedriger aus als im Vorjahr mit 2,88 Euro. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter sank um 5 Prozent auf 124 Millionen Euro.

Die operative Ergebnismarge im Quartal verbesserte sich zwar auf 17,1 Prozent nach 13,4 Prozent im Vorjahr, doch der operative Free Cashflow rutschte im ersten Halbjahr mit minus 1,660 Milliarden Euro deutlich tiefer ins Minus als die minus 644 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Der stark wachsende Auftragsbestand bindet also erhebliche Mittel im Working Capital, bevor er sich in Cashflow übersetzt.

US-Geschäft mit neuem Standbein

Parallel zur Zahlenvorlage meldete die US-Tochter American Rheinmetall einen neuen Auftrag der US-Armee im Rahmen des Programms Project Sustainment. Es geht um einen 18-monatigen Entwicklungs- und Bereitstellungsauftrag für autonome unbemannte Bodenfahrzeuge für taktische Nachschubaufgaben, umgesetzt in Partnerschaft mit den Fahrzeugtechnik-Spezialisten Harbinger und dem Autonomie-Anbieter Forterra. Der Vorstoß zeigt, dass Rheinmetall sein US-Geschäft über klassische Munitions- und Fahrzeuggeschäfte hinaus auf unbemannte Systeme ausweitet.

Aktie erholt sich von F126-Schock

An der Börse hat sich das Papier seit dem Rückschlag Anfang Juli spürbar stabilisiert. Damals hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius das Fregattenprogramm F126 gestoppt, wodurch Rheinmetall einen erwarteten Großauftrag mit einem Nominierungswert von rund 12 Milliarden Euro verlor. Der Kurs war daraufhin auf ein 52-Wochen-Tief gefallen.

Mittlerweile notiert die Aktie bei 1.173,60 Euro und liegt damit 30 Prozent über diesem Jahrestief. Auf Monatssicht steht ein Plus von 22 Prozent zu Buche, auf Wochensicht ein Anstieg von 2,5 Prozent. Zum bisherigen Jahreshoch von 2.007,00 Euro aus dem Oktober fehlen dem Titel aber weiterhin 42 Prozent, und seit Jahresbeginn steht ein Minus von 24 Prozent.

Die starken operativen Zahlen und der wachsende Auftragsbestand liefern damit zwar Rückenwind, doch der Kurs muss den durch den F126-Verlust ausgelösten Vertrauensdämpfer erst noch vollständig aufholen.

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