Rheinmetall Aktie: Papperger fordert mehr Drohnenabwehr

Nach Sprengstofffund an Drohne in Leipzig fordert Rheinmetall-Chef Papperger verstärkte Abwehrmaßnahmen. Der Rüstungskonzern sieht Technologie als vorhanden an.

Die Kernpunkte:
  • Sprengstoff an Drohne entdeckt
  • Papperger fordert mehr Drohnenabwehr
  • Rheinmetall senkt Umsatzprognose für 2026
  • Aktie erholt sich trotz Prognosesenkung

Ein Sprengstofffund an einer Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle sorgt an diesem Freitag für Aufsehen – und bringt Rheinmetall-Chef Armin Papperger in die Schlagzeilen. Er fordert deutlich mehr Anstrengungen bei der Drohnenabwehr in Deutschland. Nach seiner Einschätzung ist das Land derzeit nicht ausreichend geschützt.

Die Drohne war in der Nähe einer ukrainischen Antonow AN-124 entdeckt und entschärft worden. Erstmals wurde in Deutschland Sprengstoff an einem solchen Fluggerät gefunden, ein Umstand, der die Debatte über die Sicherheitslage merklich verschärft. Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Rheinmetall bringt eigene Technologie ins Spiel

Papperger verweist darauf, dass die notwendige Technologie zur Drohnenabwehr grundsätzlich vorhanden sei. Rheinmetall kooperiert nach seinen Angaben mit der Telekom an einer Erkennung über Funkmasten und hat ein Frühwarnsystem entwickelt. Zudem verweist er auf das bereits eingerichtete Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum sowie eine neue Abwehreinheit, die Ende 2025 aufgestellt wurde. Der Rüstungskonzern positioniert sich damit erneut als möglicher Ausrüster für ein Politikfeld, das durch den Vorfall an Dringlichkeit gewinnt.

Die politische Reaktion fällt uneinheitlich aus. Die Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann macht Russland für die Sprengstoff-Drohne verantwortlich. Der CDU-Politiker Röwekamp fordert eine zentrale Zuständigkeit beim Bundesinnenministerium, während der SPD-Politiker Fiedler darin kein grundlegendes Problem sieht. Der Sicherheitsexperte Neumann vom King’s College kritisiert dagegen mangelnde Fortschritte bei der Drohnenabwehr insgesamt. Für Rheinmetall ist die Gemengelage ambivalent: Sie unterstreicht den politischen Handlungsdruck, zugleich zeigt der Streit über Zuständigkeiten, wie zäh konkrete Beschaffungsentscheidungen in diesem Bereich ausfallen können.

Prognosesenkung wirkt nach

Der Vorstoß Pappergers fällt in eine Woche, in der Rheinmetall ohnehin im Fokus steht. Gestern hatte der Konzern seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt, nachdem das Fregattenprojekt F126 gestoppt worden war – auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro nach zuvor 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro. Das Auftragsbestandsziel reduzierte das Unternehmen auf über 100 Milliarden Euro, zuvor waren rund 135 Milliarden Euro angepeilt. Operativ bleibt das Bild aber robust: Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro, das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich auf 562 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern weiterhin mit einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Der Kurs hat sich seit der Meldung bereits um rund 1,9 Prozent erholt.

An der Börse setzt sich diese Erholung fort. Die Aktie notiert am Freitag bei 1.172,40 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,95 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro, erreicht Anfang Oktober, bleibt das Papier mit einem Abstand von 41,58 Prozent aber weit entfernt. Die Debatte um Drohnenabwehr liefert dem Rüstungswert damit ein zusätzliches, politisch aufgeladenes Narrativ – unabhängig von der laufenden Neubewertung der Geschäftszahlen.

Für Anleger bleibt die Gemengelage aus operativer Stärke, gekürzten Prognosen und einer neu entfachten sicherheitspolitischen Diskussion maßgeblich. Wie schnell sich aus der Forderung nach mehr Drohnenschutz konkrete Aufträge für Rheinmetall ergeben, ist derzeit offen – die politischen Zuständigkeitsfragen sind ungeklärt, der Handlungsdruck aber unübersehbar.

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