Rheinmetall Aktie: Pistorius plant viertes Flottendienstboot

Rheinmetall meldet einen neuen Munitionsvertrag und Fortschritte beim Flottenausbau, während die Aktie nahe 1.000 Euro notiert.

Die Kernpunkte:
  • Viertes Aufklärungsboot parlamentarisch vorbereitet
  • Neuer Auftrag für 155-Millimeter-Geschosse
  • Vertrag im dritten Quartal verbucht
  • Aktie steigt um 0,7 Prozent

Gleich an zwei Fronten verzeichnet der Rüstungskonzern Rheinmetall operative Fortschritte. Am Montag kündigte Bundesverteidigungsminister Pistorius auf der Peene-Werft in Wolgast die geplante Beschaffung eines vierten Flottendienstboots der Klasse 424 für die Bundesmarine an. Der Standort gehört seit März 2026 zu Rheinmetall. Zeitgleich sicherte sich das Unternehmen einen weiteren Auftrag über Artilleriemunition eines internationalen Kunden.

Ausbau der Aufklärungsflotte schreitet voran

Die Ankündigung des Verteidigungsministers erfolgte anlässlich der Kiellegung des dritten Flottendienstboots auf der Peene-Werft, die Monate vor dem ursprünglichen Zeitplan stattfand. Ein zweites Schwesterschiff befindet sich dort bereits parallel im Bau. Nach den Worten von Pistorius besteht ein Bedarf von vier Einheiten; die Vorlage für das vierte Boot befindet sich nun auf dem Weg in die parlamentarischen Beratungen.

Die rund 130 Meter langen Spezialschiffe sollen ab 2029 die bisherigen Boote „Oker“, „Oste“ und „Alster“ ablösen. Die Endausrüstung der Einheiten ist bei Blohm+Voss in Hamburg vorgesehen.

Für die ersten drei Schiffe sowie eine zugehörige Ausbildungsanlage hatte der Deutsche Bundestag im Jahr 2023 Mittel von bis zu 3,26 Milliarden Euro freigegeben. Auf der vor rund einem halben Jahr von Rheinmetall übernommenen Peene-Werft sind etwa 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Kontinuierliche Nachfrage nach Artilleriegeschossen

Neben den maritimen Aktivitäten verbucht der Konzern weiteren Zuwachs im Kerngeschäft mit Munition. Ein ungenannter internationaler Auftraggeber orderte 155-Millimeter-Artilleriegeschosse in einer niedrigen fünfstelligen Stückzahl. Der Vertragswert liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich und wird im dritten Quartal 2026 verbucht. Die Fertigung läuft bereits, die Auslieferungen sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Der Auftrag unterstreicht die anhaltende Auslastung der Produktionslinien. Rheinmetall-Chef Papperger betonte kürzlich auf dem Welt-Sicherheitsgipfel die massive Ausweitung der Kapazitäten: Die jährliche Fertigungskapazität für Artilleriemunition wurde von 70.000 auf eine Million Schuss angehoben.

Bis 2030 peilt das Unternehmen ein Ziel von rund 1,5 Millionen Granaten des Kalibers 155 mm pro Jahr an. Für den Kapazitätsausbau investierte der Konzern unter anderem rund eine halbe Milliarde Euro in ein neues Werk.

Aktie stabilisiert sich an der Börse

An den Kapitalmärkten sorgten die Meldungen für leichte Unterstützung. Das Papier von Rheinmetall ging am Montag mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 998,00 Euro aus dem Xetra-Handel. Mit einem Abstand von minus 50 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro notiert die Aktie nach einer längeren Konsolidierungsphase wieder knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Euro.

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