Rheinmetall Aktie: RBC nennt 1.600-Euro-Kursziel

Rheinmetall-Aktie steigt nach Verlust des Marineauftrags um 24 Prozent im Monatsvergleich. Analysten zeigen sich optimistisch und erhöhen die Kursziele.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erholt sich nach Rückschlag
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
  • Neue Wachstumsfelder bei Drohnenabwehr
  • Kursziel von 1.600 Euro genannt

Rheinmetall hat sich von seinem Rückschlag rund um den verlorenen Marineauftrag deutlich erholt. Die Aktie notiert aktuell bei 1.201,40 Euro und legte damit binnen sieben Tagen um 4,9 Prozent zu. Auf Monatssicht steht sogar ein Plus von 24 Prozent – ein kräftiges Signal dafür, dass Anleger die jüngste Vorsicht des Konzerns bei der Umsatzprognose inzwischen relativiert einordnen.

Vorsichtigere Umsatzsicht nach Marineauftrag-Verlust

Der Rüstungskonzern hatte am 6. August seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr bis zum 30. Juni vorgelegt. Die Marktreaktion blieb zunächst volatil, wie Reuters berichtete, nachdem Rheinmetall seine Umsatzsicht nach dem Verlust eines Marineauftrags vorsichtiger formulierte.

Der Rheinmetall-Chef äußerte sich laut Berichten „sehr unzufrieden“ über den Auftragsverlust. Zusätzliche Unsicherheit brachte die Meldung, dass der Konzernchef unter Personenschutz stehe, wie die dpa berichtete.

Operativ bleibt der Konzern jedoch breit aufgestellt. Deutschland und die Niederlande bestellten Boxer-Fahrzeuge bei KNDS und Rheinmetall – ein Auftrag, der die anhaltend hohe Nachfrage nach Landsystemen aus Europa unterstreicht.

Zugleich berichtete Rheinmetall laut Reuters, dass das Hochfahren der ATACMS-Produktion Zeit brauche, während die USA ihre eigenen Bestände wieder auffüllten. Der Rheinmetall-Chef sprach zudem mit potenziellen Kunden über eine neue Fregattenklasse namens GMF140 – ein möglicher Ansatzpunkt, den verlorenen Marineauftrag zumindest teilweise zu kompensieren.

Analysten reagieren mit Kurszielanhebungen

Die jüngste Analystenreaktion fällt überwiegend positiv aus. Deutsche Bank Research bestätigte am 13. August die Einstufung „Buy“ für Rheinmetall. Bereits am 11. August hatte RBC Capital Markets die Coverage für die Aktie mit dem Rating „Outperform“ aufgenommen und ein Kursziel von 1.600 Euro genannt. Rothschild & Co Redburn bekräftigte ebenfalls eine Kaufempfehlung.

Diese jüngeren Einschätzungen fallen deutlich optimistischer aus als eine automatisierte Screener-Bewertung, die den Titel wegen der gesenkten FY26-Prognose und gekürzter Investitionen zurückhaltender einordnete.

Drohnenabwehr und Systemintegration als Wachstumsfelder

Neben der Marine- und Landsystem-Sparte treibt Rheinmetall auch neue Technologiefelder voran. Der Konzern forderte zuletzt mehr Schutz vor Drohnenangriffen und diskutierte laut Berichten über eine Zentralisierung der Drohnenabwehr.

Parallel dazu treibt Rheinmetall gemeinsam mit Boeing die deutsche Systemintegration für die Drohnenplattform MQ-28 Ghost Bat voran – ein Projekt, das die Positionierung des Konzerns im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme stärken soll.

Ausblick für Anleger

Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Aktie von ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro aus dem Oktober weit entfernt – der Abstand beträgt 40 Prozent. Die Kombination aus operativen Rückschlägen bei der Marinesparte und breiter Nachfrage in anderen Rüstungssegmenten sorgt weiterhin für eine volatile Gemengelage.

Die Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei 38 Prozent annualisiert – ein Hinweis darauf, dass Anleger kurzfristig mit weiteren Kursschwankungen rechnen müssen, während sich der Konzern operativ neu ausrichtet.

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