Rheinmetall Aktie: RH1412 an die Ukraine geliefert
Rheinmetall erweitert seine Treibladungsproduktion in Oberbayern aufgrund der hohen Nachfrage nach Artilleriemunition.

- Ausbau der Treibladungsfertigung in Bayern
- Erste Munitionslieferung an Ukraine erfolgt
- Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal gestiegen
- Aktie erholt sich nach volatilen Wochen
Rheinmetall treibt die Erweiterung seiner Treibladungsfertigung in Oberbayern voran. Der Rüstungskonzern begründet den Schritt mit der weltweit stark gestiegenen Nachfrage nach Artilleriemunition. Der Ausbau reiht sich in eine Serie von Kapazitätserweiterungen ein, mit denen das Unternehmen in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgte.
Lieferungen an die Ukraine laufen an
Erst vor wenigen Tagen hatte Rheinmetall die erste Lieferung von 155mm-Artilleriemunition aus dem neuen „Werk Niedersachsen“ in Unterlüß an die Ukraine vermeldet. Die restliche Tranche des Auftrags soll bis Ende 2026 vollständig ausgeliefert werden. Bereits Mitte Juli hatte das Unternehmen in einer eigenen Pressemitteilung bestätigt, eine niedrige fünfstellige Anzahl an Geschossen des Typs RH1412 an die Ukraine geliefert zu haben. Beide Meldungen unterstreichen, dass die Produktionslinien des Konzerns derzeit auf Hochtouren laufen.
Auch bei Zulieferern schlägt sich die Nachfrage nieder: Thales erhielt einen Auftrag von Rheinmetall für elektronische Komponenten und kündigte im Zuge dessen an, die Kapazitäten an seinen deutschen Standorten auszubauen. Der Ausbau der Treibladungsfertigung in Oberbayern fügt sich damit in ein Bild ein, in dem Rheinmetall entlang der gesamten Lieferkette auf zusätzliche Kapazitäten setzt, um die Munitionsproduktion hochzufahren.
Geschäftszahlen und Ausblick
Im ersten Quartal 2026 lagen sowohl Konzernumsatz als auch operatives Ergebnis über dem Niveau des Vorjahres. Für das Gesamtjahr 2026 stellte das Unternehmen eine operative Ergebnismarge von rund 19 Prozent in Aussicht. Die Hauptversammlung im Mai beschloss zudem eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Der nächste wichtige Termin für Anleger steht bereits fest: Am 6. August veröffentlicht Rheinmetall den Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026.
Ende Juni hatte das Analysehaus MWB Research sein Kursziel für die Aktie von 1.450 auf 1.400 Euro gesenkt, nachdem die Bundesregierung ein zentrales Fregattenprojekt gestrichen hatte. Die Einschätzung liegt inzwischen rund vier Wochen zurück und spiegelt damit nicht mehr zwingend die aktuelle Auftragslage wider, zu der auch die jüngsten Munitionslieferungen und der Kapazitätsausbau zählen.
Kursverlauf bleibt volatil
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt wieder etwas gefestigter. Der Kurs notiert bei 1.023,00 Euro und legt am Berichtstag um 0,87 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 6,54 Prozent zu Buche, ein Zeichen für eine gewisse Stabilisierung nach schwierigeren Wochen. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand jedoch weiterhin mehr als 31 Prozent nach unten, was den langfristigen Abwärtstrend der vergangenen Monate widerspiegelt. Der operative Newsflow rund um Munitionsaufträge und Werksausbauten steht damit weiterhin im Kontrast zu einem Kursverlauf, der von deutlich höheren Ständen im Herbst 2025 zurückgekommen ist.
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