Rheinmetall Aktie: Rüstungswerte drehen ins Plus
Die Aktie legte seit dem Tief am 8. Oktober rund ein Fünftel zu; weitere Kursgewinne hängen von erwarteten Bundesaufträgen ab.

- Zeitweise fünf Prozent Kursplus im Dax
- Seit dem 8. Oktober rund ein Fünftel höher
- Morgan Stanley erwartet mehr Bundesaufträge
- Kursziele reichen von 1.020 bis 1.800 Euro
Nach dem Rücksetzer der vergangenen Wochen meldet sich der Rüstungskonzern eindrucksvoll zurück. Die Rheinmetall-Aktie führt am Freitag den Dax an und notiert wieder über der Marke von 1.070 Euro. Auslöser ist eine Sektorerholung, die ein Analystenkommentar zum Wochenstart angestoßen hat.
Erholung seit dem Zwischentief
Im Dax legten die Papiere zeitweise rund fünf Prozent auf 1.077 Euro zu und setzten sich damit an die Index-Spitze. Seit dem Zwischentief am 8. Oktober summiert sich der Anstieg auf etwa ein Fünftel. Die Rüstungsbranche insgesamt zieht mit: Hensoldt gewann knapp sieben Prozent, Renk fast sechs Prozent, der französische Konkurrent Thales 2,6 Prozent.
Den Impuls lieferte schon zum Wochenstart Morgan Stanley. Die Analysten der US-Bank rechnen zum Jahresende mit mehr Aufträgen aus dem Bundeshaushalt. Das könnte eine saisonale Rally im Sektor auslösen und das Vertrauen in die Umsetzung der Ziele für 2027 stärken. Der Gesamtmarkt half zusätzlich: Europas Börsen stabilisierten sich nach turbulenten Tagen, gefragt waren neben Technologiewerten vor allem klassische Branchen.
Analysten uneins
Das Bild der Experten bleibt gemischt. Die Kursziele reichen von 1.020 bis 1.800 Euro. Das untere Ende liegt damit nur knapp unter dem aktuellen Kurs, das obere verspricht einen Aufschlag von zwei Dritteln. Zuletzt hatte ein Analysehaus sein Ziel kräftig gesenkt, als die Aktie nahe dem Jahrestief notierte. Wie weit die Neubewertung reicht, zeigt sich also erst, wenn die Erholung Belastungsproben übersteht.
Strukturell stützt Rheinmetall die Beschaffungspolitik in Deutschland. Dort fließen rund 85 Prozent der Rüstungsaufträge an heimische Konzerne, darunter Rheinmetall, Renk, TKMS und Hensoldt. Polen dagegen kauft den Großteil seines Geräts im Ausland, vor allem in Südkorea und den USA, und stößt dabei finanziell an Grenzen. Für Rheinmetall unterstreicht das den Vorteil des Heimatmarkts.
Entscheidend für die Fortsetzung der Rally sind nun die erwarteten Bundesaufträge im Schlussquartal. Bleiben sie aus, dürfte der Kurs die jüngsten Gewinne wieder abgeben.
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