Rheinmetall Aktie: Satellit-Verzögerung bremst?

Rheinmetall meldet einen Satellitenstart, vereinbart Eckpunkte für das Alstom-Werk und erwartet laut Analysten starkes Quartalswachstum.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 2,8 Prozent
  • Jefferies hält an Kaufempfehlung fest
  • Erster Argotec-Satellit im Orbit
  • Übernahme des Kasseler Werks noch unvereinbart

Die Aktie von Rheinmetall hat am gestrigen Mittwoch im schwachen europäischen Branchenumfeld nachgegeben. Das Papier verbuchte einen Tagesverlust von 2,8 Prozent und schloss bei 926,40 Euro. Bereits am Dienstag waren europäische Rüstungswerte ohne erkennbare nachrichtliche Auslöser unter Verkaufsdruck geraten, während der Gesamtmarkt freundlich tendierte.

Zusätzliche Aufmerksamkeit richtete sich gestern auf eine Einschätzung des Analysehauses Jefferies. Analystin Chloe Lemarie beließ die Einstufung für die Rheinmetall-Aktie auf „Buy“. Sie verwies in ihrer Beurteilung auf eine gegenüber den ursprünglichen Planungen verzögerte Satellitenproduktion. Gleichzeitig hob die Expertin jedoch hervor, dass ein Teil der Fertigungskapazitäten am Standort Neuss zügig umgestellt werde.

Raumfahrtaktivitäten und geplante Werkübernahme

Im Raumfahrtbereich hatte der Rüstungskonzern vor wenigen Tagen einen operativen Meilenstein vermeldet. Am 1. Oktober wurde der erste in Partnerschaft mit Argotec entwickelte Satellit an Bord einer SpaceX-Falcon-9-Rakete erfolgreich in die Umlaufbahn befördert.

Am Standort Neuss bündelt Rheinmetall ICEYE Space Solutions zudem Fertigung, Integration, Tests und Qualitätssicherung von SAR-Aufklärungssatelliten. Die Bundeswehr erhält dabei direkten Zugriff auf mehrere exklusiv vorgesehene Systeme, die sie eigenständig beauftragen kann.

Parallel treibt der Konzern den Ausbau seiner industriellen Basis voran. Am Dienstag wurde bekannt, dass Rheinmetall mit dem Zughersteller Alstom Eckpunkte zur Übernahme des Werks in Kassel vereinbart hat. An dem nordhessischen Standort sind rund 750 Beschäftigte tätig. Eine verbindliche Vereinbarung über den Kauf haben die beiden Unternehmen bislang allerdings noch nicht unterzeichnet.

Analysten blicken auf die Quartalszahlen

Trotz der jüngsten Kursschwäche sehen Marktbeobachter erhebliche Wachstumstreiber für das laufende Geschäftsjahr. Analysten von Deutsche Bank Research bestätigten am Dienstag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.800 Euro.

Mit Blick auf die anstehende Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal am 5. November prognostiziert das Haus ein Umsatzwachstum von mehr als 40 Prozent. Als zentralen Treiber für die weitere Geschäftsentwicklung hob der Analyst das Bundeswehrprogramm „Arminius“ hervor.

Rückendeckung signalisierte zuletzt auch das Management durch Zukäufe aus den eigenen Reihen. Vorstandschef Armin Papperger erwarb am 29. September in zwei Transaktionen insgesamt 525 Rheinmetall-Aktien für ein Volumen von knapp 500.000 Euro.

Wenige Tage später meldete zudem die dem Aufsichtsratsmitglied Andreas Georgi nahestehende Sara Georgi Stiftung den Zukauf eigener Anteile im Wert von gut 238.000 Euro. Mit dem jüngsten Kursrückgang nähert sich die Notierung dem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro an.

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