Rheinmetall Aktie: Unter 1.000 Euro trotz Milliardendeal
Trotz neuem Raketen-Deal mit Lockheed Martin fällt die Rheinmetall-Aktie unter die 1.000-Euro-Marke und verzeichnet deutliche Jahresverluste.

- Neuer Raketen-Deal mit Lockheed Martin
- Proteste gegen Waffenproduktion in Berlin
- Aktie fällt unter 1.000 Euro
- Kursverlust von 46 Prozent in zwölf Monaten
Rheinmetall meldet einen neuen Milliardendeal für Raketenproduktion. Die Aktie aber rutscht unter die 1.000-Euro-Marke. Diese Kluft zwischen operativen Erfolgen und Kursentwicklung prägt das Wochenende für den Rüstungskonzern.
Massenprotest gegen Rüstungsproduktion in Berlin
Am Samstag demonstrierten rund 1.800 Menschen im Berliner Stadtteil Wedding gegen die Waffenproduktion von Rheinmetall. Unter dem Motto „Wedding ohne Waffen“ nahm auch Klimaaktivistin Greta Thunberg teil. Ziel war ein Werk in Berlin-Gesundbrunnen, das Rheinmetall von der Autozulieferung auf Munitionskomponenten umstellt.
Die Polizei meldete Ausschreitungen im Umfeld der Kundgebung. Es gab Pyrotechnik, Vermummungen und Versuche, Absperrungen in Richtung Werksgelände zu durchbrechen. Insgesamt nahm die Polizei 15 Personen fest. Bereits in den Tagen zuvor hatten Aktivisten mit Blockaden versucht, den Betrieb zu stören.
ATACMS-Produktion mit Lockheed Martin
Auf internationaler Bühne läuft es für Rheinmetall deutlich besser. Im Rahmen des NATO-Gipfels wurde bekannt: Der Konzern bereitet gemeinsam mit dem US-Partner Lockheed Martin die Produktion von ATACMS-Raketen vor. Die Fertigung soll im niedersächsischen Unterlüß entstehen. Die Kurzstreckenraketen erreichen eine Reichweite von rund 300 Kilometern.
Die Kooperation passt zum Expansionskurs von Konzernchef Armin Papperger. Er ist zuletzt aber auch in die Kritik geraten. Marktbeobachter stellen fest: Die Fülle an Erfolgsmeldungen über Großaufträge und neue Allianzen liefert dem Aktienkurs derzeit kaum noch Impulse.
Kurs rutscht unter die 1.000-Euro-Marke
Am Freitag schloss die Aktie bei 993,00 Euro. Das bedeutet ein Tagesminus von 1,90 Prozent. Damit ist der Titel unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Euro gerutscht.
Der langfristige Vergleich zeigt das Ausmaß der Schwäche. Binnen zwölf Monaten verlor die Aktie 46,25 Prozent an Wert. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 38 Prozent zu Buche.
Auch kurzfristig zieht sich der Abwärtstrend durch. Auf Wochensicht fiel der Kurs um 9,48 Prozent, auf Monatssicht um 16,96 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995,00 Euro aus dem September 2025 hat die Aktie rund die Hälfte ihres Wertes verloren. Zum Jahrestief von 902,50 Euro, erreicht Ende Juni 2026, beträgt der Abstand dagegen nur noch gut 10 Prozent.
Ausblick für die kommende Woche
Der RSI liegt bei 37,2. Die Aktie gilt damit noch nicht als überverkauft, die negative Dynamik hält aber an.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.518,21 Euro liegt bei 34,59 Prozent. Das zeigt die Schwere des Abwärtstrends deutlich.
Auch die kürzeren Durchschnittslinien bestätigen das Bild. Zum 50-Tage-Durchschnitt bei 1.168,88 Euro fehlen 15,05 Prozent, der Abstand zum 100-Tage-Durchschnitt fällt sogar noch größer aus.
Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 68,77 Prozent — ein Zeichen für die Nervosität im Handel. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beträgt aktuell 47,17 Milliarden Euro.
Zum Wochenstart richtet sich der Blick auf die Marke von 990 Euro. Hält sie, könnte sich der Kurs stabilisieren. Rutscht die Aktie darunter, droht ein erneuter Test des Junitiefs bei 902,50 Euro.
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