Rheinmetall Aktie: Victor U250 bis 2029 in NRW
Rheinmetall treibt eigene Projekte voran, während das deutsch-französische Panzerprogramm MGCS zu scheitern droht. Die Aktie verliert an Wert.

- Neue Schwerlastdrohne für NRW
- MGCS-Panzerprojekt in Gefahr
- Leopard 3 als nationale Alternative
- Aktie verliert ein Viertel an Wert
Bei Rheinmetall klaffen Anspruch und politische Realität derzeit weit auseinander. Während der Rüstungskonzern bei kleinen Drohnen rasch Fakten schafft, droht ein europäisches Milliardenprojekt zu scheitern. CEO Armin Papperger schlägt Alarm.
Neue Schwerlastdrohne für NRW
Der Konzern treibt seine eigene Strategie voran. Rheinmetall baut künftig in Nordrhein-Westfalen die Schwerlastdrohne „Victor U250“. Dafür unterschrieb das Management eine Absichtserklärung mit dem Partner ERC System und der Landesregierung.
Das Fluggerät hebt senkrecht ab und fliegt hybrid-elektrisch. Es transportiert bis zu 250 Kilogramm Nutzlast über eine Distanz von rund 300 Kilometern. Bis 2029 sollen durch die Produktion hunderte neue Arbeitsplätze entstehen.
Milliardenprojekt vor dem Aus
Ganz anders sieht es bei europäischen Großprojekten aus. Konzernchef Armin Papperger sieht das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS in einer kritischen Phase. Frankreich will das Budget offenbar um mehr als die Hälfte kürzen.
Die Bilanz fällt ohnehin mager aus. In den vergangenen zehn Jahren flossen lediglich 25 Millionen Euro in das Programm. Papperger bezweifelt mittlerweile öffentlich, ob der Panzer überhaupt jemals gebaut wird.
Die Folge: Rheinmetall bereitet sich auf einen möglichen Alleingang vor. Der Konzern treibt die Entwicklung des Leopard 3 als nationale Alternative zügig voran. Dieser könnte ab den 2030er Jahren einsatzbereit sein.
Hohe Nervosität an der Börse
An der Börse spiegelt sich diese unsichere Gemengelage wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.196,60 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier gut ein Viertel seines Wertes verloren.
Vom Rekordhoch bei fast zweitausend Euro ist der Titel weit entfernt. Der Abstand nach oben beträgt aktuell rund 40 Prozent. Die hohe Volatilität von 53 Prozent unterstreicht die Nervosität im Markt.
Rheinmetall ändert spürbar seine Taktik. Der Rüstungskonzern verlässt sich nicht mehr auf langwierige staatliche Abkommen. Stattdessen forciert das Management schnelle Industriepartnerschaften und eigene Produkte wie den Leopard 3. Diese Strategie muss nun die finanziellen Lücken der wackeligen europäischen Allianzen füllen.
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