Rheinmetall Aktie: Wachstum untermauert

Rheinmetall setzt seine Wachstumsstrategie mit konkreten Projekten um. Dazu zählen erste Panzerlieferungen, ein Kapazitätsausbau und eine Kooperation für fossilfreien Stahl bei einer ambitionierten Auftragspipeline.

Die Kernpunkte:
  • Start der Lynx-Panzerlieferungen an die Ukraine
  • Kooperation mit SSAB für fossilfreien Stahl
  • Investitionen in Produktionsausbau in Deutschland
  • Kommunizierte Auftragspipeline von 80 Milliarden Euro

Rheinmetall legt operativ nach: Neue Panzerlieferungen, ein Vorstoß in Richtung „grüner Stahl“ und zusätzliche Kapazitäten in Deutschland zeigen, dass der Rüstungskonzern seine ambitionierte Wachstumsagenda nun Schritt für Schritt in konkrete Projekte übersetzt. Entscheidend ist dabei die Frage, ob diese Maßnahmen das bereits hohe Bewertungsniveau ausreichend rechtfertigen können.

Mehrere Impulse auf einmal

Die jüngsten Unternehmensmeldungen greifen ineinander und zeichnen ein klares Bild: Rheinmetall baut seine Rolle als zentraler Verteidigungszulieferer weiter aus und versucht gleichzeitig, regulatorische und ESG-Anforderungen frühzeitig zu adressieren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Start der Lynx-Panzerlieferungen an die Ukraine im laufenden Quartal
  • Absichtserklärung mit SSAB zur Lieferung von fossilfreiem Stahl (SSAB Zero)
  • Kapazitätsausbau und Investitionen am Standort Silberhütte in Sachsen-Anhalt
  • Kommunikation einer potenziellen internationalen Auftragspipeline von rund 80 Mrd. Euro

Am Aktienmarkt spiegelt sich das in einem weiter erhöhten Kursniveau wider: Am Freitag schloss die Aktie bei 1.830 Euro, rund 15 % über dem Stand zu Jahresbeginn und mit einem Plus von etwa 148 % auf Sicht von zwölf Monaten. Trotz einer Konsolidierung auf Wochensicht liegt der Titel deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt; der RSI von 83,7 signalisiert kurzfristig eine überkaufte Situation.

Lynx-Auslieferung und Standortausbau

Operativer Kern der Nachrichtenlage ist der Start der Auslieferung der Schützenpanzer Lynx KF41 an die Ukraine. Das erste Los, finanziert durch die Bundesrepublik Deutschland, hat ein Volumen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Für Rheinmetall ist das mehr als ein Einzelauftrag: Die Etablierung der Lynx-Plattform im Einsatz gilt als wichtiger Türöffner für weitere internationale Kunden.

Parallel treibt der Konzern seine Produktionsbasis in Deutschland voran. Für den Standort Silberhütte in Sachsen-Anhalt wurden konkrete Investitionspläne vorgestellt. Vorgesehen sind 30 bis 40 Millionen Euro, um die Kapazitäten für Pyrotechnik mindestens zu verdoppeln und rund 100 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Damit soll die hohe Nachfrage nach Munition und pyrotechnischen Komponenten langfristig abgesichert werden.

Diese Maßnahmen zahlen direkt auf das strategische Ziel ein, Lieferfähigkeit und Geschwindigkeit bei wachsender Auftragslage zu sichern.

Dekarbonisierung der Lieferkette als ESG-Baustein

Ein weiterer Baustein der aktuellen Meldungen ist die geplante Zusammenarbeit mit dem schwedischen Stahlhersteller SSAB. Rheinmetall hat eine Absichtserklärung zur künftigen Lieferung von fossilfreiem Stahl unterzeichnet, beginnend mit dem Produkt „SSAB Zero“.

Der Konzern positioniert sich damit als erster Rüstungsanbieter, der seine Stahl-Lieferkette gezielt in Richtung Dekarbonisierung ausrichtet. Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von ESG-Kriterien – auch im Verteidigungssektor. Viele institutionelle Investoren und öffentliche Auftraggeber fordern zunehmend nachweisbare Fortschritte bei CO₂-Reduktion und nachhaltiger Beschaffung. Die Kooperation mit SSAB adressiert genau diesen Trend und soll künftig einen Teil der Wertschöpfung klimafreundlicher machen.

Einordnung: Ambitionierte Pipeline, hohe Erwartungen

Strategisch fügen sich alle jüngsten Meldungen in die bereits kommunizierte Wachstumsstory ein. Auf einer Konferenz am 22. Januar 2026 stellte CEO Armin Papperger eine potenzielle internationale Auftragspipeline von rund 80 Milliarden Euro in Aussicht.

  • Die Lynx-Lieferung bedient die anhaltend hohe Nachfrage im Umfeld des Ukraine-Kriegs.
  • Der Ausbau der Kapazitäten in Silberhütte schafft zusätzliche Produktionsmöglichkeiten für Munition und pyrotechnische Produkte.
  • Die SSAB-Kooperation zahlt auf künftige ESG-Anforderungen und die Akzeptanz des Geschäftsmodells bei Kunden und Investoren ein.

Damit handelt es sich nicht um isolierte Einzelnews, sondern um konkrete Schritte zur Umsetzung der übergeordneten Wachstumsstrategie.

An der Börse ist diese Perspektive bereits eingepreist: Die Aktie notiert nur rund 8 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 1.995 Euro und deutlich über den gleitenden Durchschnitten der letzten 50, 100 und 200 Tage. Die Bewertung bleibt anspruchsvoll und setzt voraus, dass Rheinmetall seine Rolle als einer der Hauptprofiteure der global steigenden Verteidigungsausgaben behaupten kann.

Ausblick: Auftragsfluss als Taktgeber

Für die kommende Zeit wird der Nachrichtenfluss zu neuen Projekten und politischen Entscheidungen im Verteidigungsumfeld entscheidend bleiben. Zusätzliche Rüstungsprogramme, NATO-Beschlüsse oder weitere Hilfspakete für die Ukraine können als Katalysatoren wirken und die angekündigte Auftragspipeline konkretisieren.

Die aktuellen Maßnahmen – vom Lynx-Start über den Kapazitätsausbau bis hin zur ESG-Positionierung mit fossilfreiem Stahl – zeigen, dass Rheinmetall seine strategischen Ziele operativ unterlegt. Ob der Kurs seinen langfristigen Aufwärtstrend fortsetzen kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, in welchem Tempo neue Großaufträge aus der kommunizierten Pipeline tatsächlich in verbindliche Verträge übergehen.

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 25. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...