Rheinmetall Aktie: Washington beflügelt Kurs

Eine Vereinbarung zur deutsch-amerikanischen Rüstungskooperation treibt Rheinmetall an, während die Aktie 2026 bislang 36 Prozent verloren hat.

Die Kernpunkte:
  • Nach Treffen rund drei Prozent Kursplus
  • Kooperation bei Rüstungsprojekten politisch vereinbart
  • Artillerieauftrag im dreistelligen Millionenbereich
  • Jahresbilanz bleibt mit 36 Prozent Verlust schwach

Ein Regierungstreffen in Washington schickt die Rheinmetall-Aktie auf Kurs Richtung 1.030 Euro. Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein US-Amtskollege Pete Hegseth unterzeichneten eine Absichtserklärung zum Ausbau der Rüstungskooperation zwischen beiden Ländern — im nachbörslichen Handel sprang das Papier daraufhin um rund drei Prozent nach oben.

Die Vereinbarung setzt einen politischen Rahmen für gemeinsame Projekte bei Entwicklung, Produktion und Instandhaltung von Rüstungsgütern. Auch Lieferketten und Regelungen zum Technologietransfer sollen überprüft werden. Pistorius verwies dabei auf bestehende Zusammenarbeit beim Tarnkappenjet F-35 und die geplante Fertigung von Patriot-Lenkflugkörpern in Deutschland.

Bereits vor dem Treffen ging es aufwärts

Schon am Dienstag hatte Rheinmetall die runde 1.000-Euro-Marke zurückerobert — Auslöser war ein Großauftrag für Artilleriemunition, den das Unternehmen von einem internationalen Kunden erhalten hatte. Der Auftragswert liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, die fünfstellige Anzahl an 155-mm-Artilleriegeschossen soll bis 2027 ausgeliefert werden.

Der Markt reagierte mit Verzögerung, dafür aber deutlich: Auch die Sektorkollegen HENSOLDT und TKMS legten zeitweise zwei bis über zwei Prozent zu. Zusätzlichen Rückenwind lieferten Berichte über Munitionsengpässe beim US-Militär sowie Meldungen, wonach Japan seine Verteidigungsausgaben auf bis zu 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anheben könnte.

Ein schwieriges Börsenjahr trotz der Erholung

Die jüngste Kursbewegung relativiert sich allerdings vor dem Hintergrund der Jahresbilanz. Rheinmetall zählt mit einem Kursverlust von 36 Prozent seit Jahresbeginn zu den schwächsten Werten im DAX 2026 — nach Jahren als Überflieger der Rüstungsrally ein deutlicher Bruch. Der Index selbst legte im gleichen Zeitraum knapp vier Prozent zu.

Die Rückeroberung der 1.000-Euro-Marke ist damit eher ein charttechnisches Signal als der Beleg einer nachhaltigen Trendwende. Ob die deutsch-amerikanische Rüstungskooperation tatsächlich in konkrete Aufträge für Rheinmetall mündet, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen — etwa wenn Details zu Produktionskapazitäten und Lizenzfertigungen bekannt werden.

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