Rheinmetall Aktie: Werft-Coup am Schwarzen Meer?
Rheinmetall und MSC erhielten den Zuschlag für die Werft; zwei Analysehäuser reduzierten ihre Kursziele bei unverändertem Buy-Rating.

- Zuschlag für Mangalia-Werft am 19. Oktober
- Gemeinsamer Kaufpreis rund 138 Millionen Euro
- Kreditrahmen auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt
- Deutsche Bank und UBS senkten Kursziele
Rheinmetall und die Schweizer Reederei MSC wollen die rumänische Mangalia-Werft für den zivilen und militärischen Schiffbau entwickeln. Beide Unternehmen erhielten am 19. Oktober bei einer Auktion den Zuschlag zur Übernahme. Der gemeinsame Kaufpreis beträgt nach Angaben von Rheinmetall rund 138 Mio. Euro.
Marineschiffe als Einsatzfeld der Werft
Der Standort soll nach Unternehmensangaben auch beim Bau von vier Marineschiffen eine wesentliche Rolle spielen, die die rumänische Regierung beauftragt hat. Den Abschluss des Erwerbs stellte Rheinmetall bei der Bekanntgabe für die folgenden Wochen in Aussicht.
Mit dem Zuschlag verbindet Rheinmetall damit ausdrücklich eine zivile und eine militärische Nutzung der Werft. Für den militärischen Teil benannte das Unternehmen die rumänischen Schiffsaufträge als konkretes Einsatzfeld.
Rheinmetall hat außerdem seine syndizierte Kreditlinie vorzeitig erneuert und deren Umfang verdoppelt. Statt 750 Mio. Euro umfasst der Kreditrahmen 1,5 Mrd. Euro.
Erwartungen vor den nächsten Berichtsterminen
Auf der Bewertungsseite senkte die Deutsche Bank gestern ihr Kursziel für Rheinmetall von 1.800 auf 1.650 Euro. Die Einstufung beließ das Analysehaus bei „Buy“. Analyst Christoph Laskawi reduzierte zugleich seine Schätzungen und verwies auf das Erwartungsdilemma vor dem Kapitalmarkttag.
Als möglichen Auslöser der Kursbewegung nannte die Analyse die Unsicherheit vor dieser Veranstaltung. Der Markt erwarte niedrigere Ziele für 2030; zugleich müsse Rheinmetall glaubwürdige Wachstumsbausteine und einen klareren Produktionshochlauf aufzeigen.
Bereits am 20. Oktober hatte UBS ihr Kursziel von 1.600 auf 1.360 Euro gesenkt und „Buy“ beibehalten. Analyst Sven Weier verwies auf das Risiko überzogener Erwartungen und möglicher erneuter Enttäuschungen.
Am 5. November veröffentlicht Rheinmetall den Bericht zum dritten Quartal 2026. Der Kapitalmarkttag in Hamburg ist für den 25. bis 27. November angekündigt.
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