Rheinmetall Aktie: Zwei Impulse, kein Durchbruch

Goldman Sachs ernennt Rheinmetall zum europäischen Top-Pick, während eine neue Drohnen-Partnerschaft mit Boeing Australia bekannt wird. Trotz dieser Impulse bleibt die Kurserholung verhalten.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
  • Strategische Drohnen-Partnerschaft mit Boeing Australia
  • Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionenbereich
  • Starke Fundamentaldaten mit hohem Auftragsbestand

Goldman Sachs kürt Rheinmetall zum europäischen Top-Pick — und gleichzeitig verkündet der Düsseldorfer Rüstungskonzern eine neue Drohnen-Partnerschaft mit Boeing Australia. Zwei starke Nachrichten innerhalb von 24 Stunden, und trotzdem bleibt eine nachhaltige Kurserholung aus.

Goldman Sachs macht Druck

Die US-Investmentbank hat Rheinmetall in ihre „European Conviction List“ aufgenommen und das Kursziel von 2.300 Euro mit einem „Buy“-Rating bestätigt. Analyst Sam Burgess sieht das Unternehmen als klare Nummer eins im europäischen Rüstungssektor — getragen von einem strukturellen Aufrüstungszyklus nach drei Jahrzehnten vernachlässigter Verteidigungsausgaben.

Die Aufnahme in die Conviction List hat praktische Konsequenzen: Viele institutionelle Fonds bilden die Liste in ihren Portfolios ab und kaufen entsprechend nach. Das löste am Mittwoch einen kräftigen Rebound aus — nach einer Korrektur von rund 25 Prozent seit Mitte Januar ein willkommenes Signal.

Ghost Bat im Rennen um Bundeswehr-Auftrag

Parallel dazu schloss Rheinmetall eine strategische Partnerschaft mit Boeing Australia, um die Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat für die Bundeswehr zu positionieren. Der Ghost Bat hat bereits mehr als 150 Testflüge absolviert und wurde ursprünglich für die Royal Australian Air Force entwickelt. Als autonomes System soll er mit bemannten Flugzeugen zusammenarbeiten — für Aufklärung, elektronische Kriegsführung und Waffeneinsatz.

Rheinmetall übernimmt dabei die Rolle des Systemmanagers in Deutschland: Systemintegration, Anpassung an Bundeswehr-Anforderungen, Wartung und Logistik. CEO Armin Papperger bezifferte das Umsatzpotenzial auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Der Auftrag ist jedoch nicht vergeben. Es ist bereits Rheinmetalls zweiter Anlauf im CCA-Wettbewerb — nach der Kooperation mit Anduril rund um die Fury-Drohne aus dem Vorjahr. Als Hauptkonkurrent gilt das Team aus Airbus und Kratos mit der XQ-58A Valkyrie, die noch in diesem Jahr erstmals mit einem europäischen Missionssystem fliegen soll. Rückenwind erhält Rheinmetall durch Bundesverteidigungsminister Pistorius, der den Ghost Bat bei seinem Australien-Besuch Ende März öffentlich als Option für die Luftwaffe nannte.

Trumps NATO-Drohungen dämpfen die Stimmung

Die Erholungsrally hielt nicht lange. Am Donnerstag gaben Rheinmetall, Hensoldt, RENK und TKMS allesamt nach — ausgelöst durch erneute Drohungen von US-Präsident Trump zum NATO-Austritt. Das zeigt, wie empfindlich der Sektor auf geopolitische Signale reagiert, selbst wenn die Auftragslage solide ist.

Dabei sind die Fundamentaldaten klar: Für 2026 plant Rheinmetall ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Der Auftragsbestand im Defence-Segment liegt bei 63,8 Milliarden Euro. Am 7. Mai legt das Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal vor — dann zeigt sich, ob das ambitionierte Wachstumsziel erste greifbare Konturen annimmt.

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 3. April liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rheinmetall