Rheinmetall Aktie: Zwei offene Baustellen

Der Rüstungskonzern wartet auf den Abschluss zweier strategischer Prozesse: Der Verkauf der zivilen Power Systems verzögert sich, die formale Übernahme der F126-Fregattenrolle steht noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf der Autozulieferersparte Power Systems verzögert
  • Übernahme der F126-Generalunternehmerrolle noch nicht formal
  • Konzern meldet Rekordzahlen und starkes Wachstum
  • Neue Marinesparte mit ambitionierten Umsatzzielen

Starke Zahlen, klare Strategie — und dennoch zwei strategische Prozesse, die auf ihren Abschluss warten. Beim Rüstungskonzern Rheinmetall verzögert sich der Verkauf der zivilen Autozulieferersparte, während die formale Übernahme der Generalunternehmerrolle beim Fregattenprojekt F126 noch aussteht.

Power Systems: Käufer gesucht, Termin gerückt

Ursprünglich sollte der Vertrag für die Division Power Systems noch vor Ostern unterzeichnet sein. CEO Armin Papperger peilt nun das zweite oder dritte Quartal 2026 an — ein öffentlich bekannter Käufer ist bislang nicht in Sicht.

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Die Sparte beschäftigt knapp 8.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet rund zwei Milliarden Euro Umsatz. Mit einer operativen Marge von 4,2 Prozent liegt sie jedoch weit hinter dem Rüstungsgeschäft zurück und passt nicht mehr zur rein militärischen Ausrichtung des Konzerns. Anleger, die auf eine vollständige Fokussierung auf das margenstarke Verteidigungsgeschäft warten, reagieren auf die Verzögerung entsprechend verhalten.

F126: Bewertungsphase endet Ende April

Parallel läuft die Übernahme der Generalunternehmerrolle für die Fregatten der Klasse F126. Rheinmetall und das Bundesverteidigungsministerium planen, die Verantwortung vom niederländischen Werftenkonzern DAMEN auf Rheinmetalls neue Naval Systems Division zu übertragen.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat die Bewertungsphase bis Ende April angesetzt. Danach erwartet Rheinmetall, in wenigen Wochen formal in den F126-Vertrag einzutreten. Das gemeinsame Ziel: Ein vorausgerüstetes Typschiff soll Anfang 2028 am Hamburger Standort zur Endausrüstung übergeben werden. Kämen die MEKO-Fregatten als Brückenlösung bereits 2029, würde Deutschland damit NATO-Anforderungen erfüllen.

Operatives Fundament bleibt stark

Die strategischen Verzögerungen treffen einen Konzern, der zuletzt die stärksten Jahresergebnisse seiner Geschichte vorlegte. Der Umsatz stieg 2025 um 29 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro bei einer Marge von 18,5 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro.

Ergänzt wird das Bild durch die abgeschlossene Übernahme der Naval-Vessel-Division NVL von der Lürssen-Gruppe — vier deutsche Werften kamen damit ins Portfolio. Für die neue Marinesparte hat der Konzern einen Jahresumsatz von fünf Milliarden Euro bis 2030 als Ziel ausgegeben, mit Fokus auf Exportmärkte in der Asien-Pazifik-Region.

Am 7. Mai legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal vor — der erste Gradmesser dafür, wie reibungslos die Integration der neuen Marinesparte läuft. Fünf Tage später stimmt die Hauptversammlung über eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie ab, nach 8,10 Euro im Vorjahr.

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