Rheinmetall – Licht am Ende des Tunnels?

Abrüstung lautet seit Jahren das Stichwort, zum Nachteil von Firmen wie z. B. Rheinmetall. Dementsprechende Kontingente wurden seitens der Politik drastisch gekürzt, die Folgen davon können wir gegenwärtig beispielsweise an der Bundeswehr im eigenen Land sehen.

 

© Rheinmetall
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Da sind dann Waffen zu bewundern, die aufgrund von Ladehemmungen nicht schießen oder auch Panzer, die bestenfalls noch als Dekoration dienen.

 

Sparkurs zeigt Erfolge bei Rheinmetall

Diese Politik machte auch Rheinmetall zu schaffen. Das belegten die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr deutlich. Aus diesem Grund entschloss sich der Konzern auch für einen sehr harten Sparkurs.

Mehr als 1.000 Arbeitsplätze fielen diesem Programm zum Opfer. Aber es zeigen sich nun mit Vorlage der Zahlen für das 1. Quartal dieses Jahres auch erste Erfolge. So konnte Rheinmetall in der Sparte Defence einen Umsatzanstieg um 23% auf 509 Mio. Euro vorweisen. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 14 Mio. Euro. Insgesamt bewegt sich diese Sparte jedoch nach wie vor in den roten Zahlen.

Die Sparte Automotive erreichte einen Umsatz von 664 Mio. Euro und damit ebenfalls einen Zuwachs. Das operative Ergebnis stieg hier auf 55 Mio. Euro. Damit konnte Rheinmetall beim EBIT wieder schwarze Zahlen schreiben. Nach einem Verlust im Vorjahr ging es um 23 Mio. Euro auf insgesamt 22 Mio. Euro aufwärts. Bezogen auf den Umsatz mit fast 1,2 Mrd. Euro belief sich die Marge damit jedoch auf weniger als 2%.

 

Vorstand von Rheinmetall bestätigt Prognose

Insgesamt belief sich der Gewinn im 1. Quartal auf 8 Mio. Euro. Im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es auch 8 Mio. Euro, allerdings mit einem Minuszeichen davor. Mit einem Auftragsbestand von mehr als 7 Mrd. Euro erreichte Rheinmetall eine neue Höchstmarke.

Die Prognose blieb seitens des Vorstandes von Rheinmetall unverändert. Danach soll der Konzernumsatz zwischen 4,8 bis 5 Mrd. Euro betragen. Die operative Marge soll rund 5% erreichen.

 

Rheinmetall sucht Partner

Eines wird anhand der Zahlen deutlich. Die Sparte Automotive läuft gut, was man von der Sparte Defence noch nicht behaupten kann. Die Umsetzung des Sparprogramms hat schon positive Auswirkungen zu vermelden, aber das Ziel ist noch nicht erreicht.

Hier plant Rheinmetall eine größere globale Ausrichtung. Bereits die Zahlen aus dem letzten Jahr machten deutlich, dass der größte Teil der Auftragseingänge außerhalb von Europa zu verzeichnen war.

Auf der Anfang Mai laufenden Rüstungsmesse hat Rheinmetall eine Absichtserklärung für ein Joint Venture in der Türkei unterzeichnet. Geplant ist es, mit dem staatlichen türkischen Rüstungsunternehmen MKEK ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen.

Dort sollen dann u. a. Waffensysteme und Munition produziert werden. Die Produktion soll in türkischer Hand liegen, während Rheinmetall sich um das Management für die Fertigung kümmern will.

Auch für den Panzerbau ist Rheinmetall nach wie vor auf der Suche nach Partnern. Wunschpartner wäre hier die deutsche KMW, die Entscheidung müsse jedoch die Politik treffen.

 

Aktie mit guter 6-Monats-Performance

Die Aktie hatte in der 2. Jahreshälfte des letzten Jahres harte Zeiten zu verkraften. Von einem Hoch bei 53,97 Euro ging es in der Folge immer weiter bis auf 30,38 Euro abwärts. Dann war der Boden erreicht.

150526 Rheinmetall

Seit Mitte November haben sich die Papiere wieder deutlich nach oben gearbeitet. Allerdings ist die Aktie auch immer wieder stärkeren Volatilitäten ausgesetzt. Das sollten Sie bei einem Investment ausreichend berücksichtigen. Es liegt zwar noch ein gutes Stück des Weges vor Rheinmetall, aber mit der verstärkten Ausrichtung über Europa hinaus liegt der Konzern sicher nicht falsch. Wir raten zum weiteren Halten.

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