Rigetti Aktie: 52-Wochen-Hoch bei 48,36 Euro

Rigetti Computing verzeichnet leichte Kurserholung, bleibt aber weit unter dem Jahreshoch. Insiderverkäufe und hohe Volatilität belasten die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus von 2,7 Prozent am Mittwoch
  • Fast 70 Prozent unter 52-Wochen-Hoch
  • Umsatzsprung auf 4,4 Millionen Dollar
  • Insider verkauften 729.000 Aktien

Rigetti Computing zeigt sich am Mittwoch erholt. Die Aktie des Quantencomputing-Spezialisten legt um 2,70 Prozent auf 14,88 Euro zu. Eine kleine Verschnaufpause nach einem monatelangen Abwärtstrend.

Denn die Bilanz der vergangenen Wochen ist düster: Rund 21 Prozent hat das Papier in 30 Tagen verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 48,36 Euro ist Rigetti fast 70 Prozent entfernt. Und auch 2026 läuft bislang schwach – minus 26 Prozent seit Jahresanfang.

Ein schwacher Markt als Auslöser

Der jüngste Kursrutsch hatte wenig mit dem Unternehmen selbst zu tun. Am Dienstag fiel die Aktie um knapp 8 Prozent auf 14,49 Euro. Grund war eine breite Risikovermeidung an den Märkten. Besonders betroffen: Halbleiter- und KI-Werte.

Die heutige Erholung ist daher eher technischer Natur. Der RSI steht bei 39,2 Zählern – nahe der überverkauften Zone. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei enormen 87 Prozent. Kurz gesagt: heftige Ausschläge in beide Richtungen sind Programm.

Cloud-Strategie und politische Rückenwinde

Trotz der Kursmisere arbeitet Rigetti an seiner kommerziellen Zukunft. Das neue Cepheus-1-108Q-System bietet 108 Qubits bei 99,1 Prozent Gatter-Treue. Die Hardware läuft über Amazon Braket, Microsoft Azure Quantum und Rigettis eigene Cloud-Plattform.

Das zahlt sich aus. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Umsätze auf 4,4 Millionen Dollar – ein Plus von fast 200 Prozent zum Vorjahr. Die Analystenschätzung von 4,09 Millionen Dollar wurde übertroffen. Der Verlust je Aktie belief sich auf minus 0,04 Dollar, ebenfalls besser als die erwarteten minus 0,05 Dollar.

Hinzu kommt politischer Rückenwind. Erst am Dienstag fand der White House Quantum Innovation Summit statt. Zusammen mit den CHIPS-Act-Mitteln über zwei Milliarden Dollar für die Branche positioniert sich Rigetti als einer der Profiteure.

Insiderverkäufe belasten die Stimmung

Die Kehrseite: Insider haben in den letzten 90 Tagen knapp 729.000 Aktien verkauft. Der CTO trennte sich von fast 500.000 Papieren zu durchschnittlich 25,40 Dollar. Auch der CFO verkaufte Anteile. Institutionelle Investoren halten rund 35 Prozent der Aktien – Vanguard stockte zuletzt auf über 35,9 Millionen Anteile auf.

Die Analysten sehen trotz allem Potenzial. Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel bei rund 30,60 Dollar. Allerdings drücken ein hohes Kurs-Umsatz-Verhältnis und ein negativer freier Cashflow von 77 Millionen Dollar im vergangenen Geschäftsjahr.

Ob die Skalierung der Cepheus-Plattform die Bewertung rechtfertigt, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen. Analysten rechnen mit einem Umsatzplus von über 200 Prozent für das Gesamtjahr 2026.

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