Rigetti Aktie: 8,4-Millionen-Dollar-Auftrag von C-DAC

Rigetti steigert Umsatz auf 5,1 Mio. Dollar, verzeichnet aber höhere GAAP-Verluste. CHIPS-Fördermittel und technische Fortschritte sollen die Marktposition stärken.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz fast verdreifacht
  • GAAP-Verlust deutlich ausgeweitet
  • CHIPS-Förderung von 100 Mio. Dollar möglich
  • Insider verkauften Aktien im Wert von 20 Mio. Dollar

Rigetti Computing hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Während die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr kräftig stiegen, weiteten sich die Verluste auf GAAP-Basis deutlich aus. Dennoch setzt das Unternehmen auf technische Meilensteine und eine potenzielle Millionen-Förderung durch die US-Regierung, um die Marktposition im Bereich des Quantencomputings zu festigen.

Umsatzsprung und operative Herausforderungen

Rigetti meldete für das am 30. Juni 2026 endende Quartal einen Umsatz von 5,1 Millionen US-Dollar. Dies entspricht fast einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem 1,8 Millionen US-Dollar erzielt wurden. Die Bruttomarge verbesserte sich zeitgleich von 31 auf 43 Prozent. Dem stand jedoch ein massiver GAAP-Nettoverlust von 52,6 Millionen US-Dollar gegenüber, was einem Verlust von 0,16 US-Dollar je Aktie entspricht. Auf bereinigter Basis (Non-GAAP) lag das Minus bei 16,0 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,05 US-Dollar je Aktie.

Trotz der tiefroten Zahlen ist das Unternehmen finanziell solide ausgestattet. Zum Quartalsende verfügte Rigetti über liquide Mittel in Höhe von 541,3 Millionen US-Dollar und wies keine Schulden aus. Ein Großteil dieses Kapitals soll weiterhin in die Forschung und Entwicklung fließen, um die technologische Roadmap einzuhalten. Insider-Transaktionen trübten das Bild zuletzt jedoch etwas: In den vergangenen drei Monaten verkauften Insider Aktien im Wert von insgesamt rund 20,2 Millionen US-Dollar, während im selben Zeitraum keine Käufe registriert wurden.

Technologische Meilensteine und staatliche Förderung

Ein zentraler Faktor für die künftige Entwicklung ist das System Cepheus-1-108Q. Laut Unternehmensangaben erreicht dieses System eine Wiedergabetreue von 99,9 Prozent bei Single-Qubit-Gates und 99,1 Prozent bei Zwei-Qubit-Gates. Bis zum Jahresende strebt Rigetti eine Steigerung auf 99,5 Prozent bei den Zwei-Qubit-Gates an. Langfristig plant der Spezialist für Quantencomputer, innerhalb von drei Jahren Systeme mit rund 1.000 Qubits und einer Fidelity von 99,9 Prozent zur Marktreife zu bringen.

Zusätzlichen Rückenwind erhofft sich das Management von einer Absichtserklärung des US-Handelsministeriums. Im Rahmen des CHIPS Act könnten Rigetti Fördermittel von bis zu 100 Millionen US-Dollar zufließen. Zudem sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag über 8,4 Millionen US-Dollar vom indischen C-DAC, der im vierten Quartal wirksam werden soll. Kooperationen mit Hewlett Packard Enterprise und dem Pittsburgh Supercomputing Center unterstreichen die verstärkten Bemühungen um eine kommerzielle Verwertung der Hardware.

Analysten bleiben optimistisch gestimmt

Am heutigen Freitag reagiert der Markt positiv auf die neuesten Entwicklungen; das Papier notiert aktuell bei 14,71 Euro und legt damit um 2,35 Prozent zu. Dennoch bleibt die Performance seit Jahresbeginn mit einem Minus von 23,36 Prozent belastet. Die Aktie handelt derzeit deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 50,30 Euro, das im Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde.

Die Einschätzungen der Analystenhäuser fallen trotz der operativen Verluste mehrheitlich positiv aus. Wedbush bestätigte zuletzt ein Kursziel von 40 US-Dollar, während die Analysten von Benchmark den fairen Wert der Aktie bei 25 US-Dollar sehen. Der Konsens stuft den Titel derzeit als „Moderate Buy“ ein, wobei das durchschnittliche Kursziel bei rund 30,71 US-Dollar liegt. Medienberichten zufolge weisen kritische Stimmen jedoch auf die hohe Bewertung hin: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt derzeit bei über 500, was signifikant über dem historischen Durchschnitt der Branche liegt.

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