Rigetti Aktie: HPE-Projekt startet im September
Rigetti steigert den Quartalsumsatz deutlich, bleibt aber defizitär. Analysten sehen Potenzial, während ein HPE-Projekt 2027 starten soll.

- Quartalsumsatz steigt um 185 Prozent
- Nettoverlust erreicht 52,6 Millionen Dollar
- Management baut Führungsstruktur neu auf
- HPE-Testfeld soll 2027 starten
Der Sektor für Quantencomputing sah sich am vergangenen Freitag mit deutlichen Kursverlusten konfrontiert. Rigetti Computing konnte sich diesem Abwärtstrend nicht entziehen, wobei die Aktie den Handel am Freitag mit einem Minus von 5,0 Prozent bei 13,41 Euro beendete. Marktbeobachter führen die Schwäche bei spekulativen Technologiewerten primär auf steigende Renditen bei Staatsanleihen sowie Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Volatilität zurück.
Starkes Umsatzwachstum trifft auf hohe Verluste
Dabei hatte das Unternehmen Anfang August eigentlich positive Impulse bei der Geschäftsentwicklung gemeldet. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 185 Prozent auf 5,14 Millionen US-Dollar. Dennoch bleibt die Rentabilität eine Herausforderung für das Unternehmen: Der Nettoverlust nach GAAP-Standard belief sich in diesem Zeitraum auf 52,6 Millionen US-Dollar.
Die finanzielle Basis für die kommenden Entwicklungsphasen scheint vorerst gesichert. Rigetti wies zum Quartalsende eine Liquiditätsposition von 541,3 Millionen US-Dollar an Barmitteln aus und ist nach eigenen Angaben schuldenfrei. Diese Reserven sind entscheidend, da das Unternehmen weiterhin massiv in die Forschung und den Ausbau seiner Quantenprozessoren investiert.
Strategische Neuausrichtung und Insidergeschäfte
Mitte August leitete das Management zudem eine organisatorische Umstrukturierung ein, um die Skalierung von Kundenprojekten und die Weiterentwicklung der Prozessor-Roadmap voranzutreiben.
In diesem Zuge wurde David Rivas auf die neu geschaffene Position des Chief Operating Officer berufen, während Andrew Bestwick die Rolle des Chief Technology Officer übernahm. Die Reorganisation zielt darauf ab, die kommerzielle Nutzung der Systeme zu beschleunigen.
Kurz nach dieser Ankündigung wurden zudem Verkäufe von Aktien durch Führungskräfte bekannt. Aus den entsprechenden SEC-Pflichtmitteilungen geht hervor, dass Finanzvorstand Jeffrey A. Bertelsen sowie Rivas und Bestwick Anteile veräußerten. Die Transaktionen wurden jedoch als nicht diskretionär eingestuft: Sie dienten laut Medienberichten zur Begleichung von Steuerverpflichtungen, die durch das Anvertrauen von Aktienanteilen (RSU) entstanden waren.
Analysteneinschätzungen und Zukunftsprojekte
Trotz des aktuellen Kursrückgangs, der das Papier seit Jahresbeginn mit 30 Prozent ins Minus drückte, zeigen sich professionelle Beobachter überwiegend zuversichtlich. Das Analysehaus Rosenblatt Securities bekräftigte Anfang August die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 40 US-Dollar. Auch Wedbush nahm die Beobachtung des Wertes mit einem Outperform-Rating auf und setzte das Kursziel nach den jüngsten Quartalszahlen auf 37 US-Dollar fest.
Ein wichtiger Meilenstein für die kommenden Jahre bleibt die erweiterte Zusammenarbeit mit Hewlett Packard Enterprise (HPE) und dem Pittsburgh Supercomputing Center. Rigetti soll ein 9-Qubit-Novera-System für ein hybrides Supercomputer-Testfeld liefern.
Die Bauarbeiten hierfür sollen bereits am 1. September beginnen, während der volle operative Betrieb für das Jahr 2027 angestrebt wird. Aktuell notiert die Aktie jedoch deutlich unter ihren Höchstständen und weist einen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 73 Prozent auf.
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