Rigetti Aktie: Novera-Systeme treiben Verlust?

Rigetti steigert im zweiten Quartal 2026 den Umsatz, während höhere Forschungsaufwendungen den Betriebsverlust vergrößern.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt auf 5,1 Millionen US-Dollar
  • Zwei Kunden liefern 80 Prozent der Erlöse
  • Forschungsaufwand wächst um 53 Prozent
  • Bis zu 100 Millionen US-Dollar Förderung vereinbart

Im Rennen um die kommerzielle Nutzung der Quanteninformatik steht Rigetti Computing vor einem anspruchsvollen Spagat. Zwar gelingt es dem Spezialisten für supraleitende Quantenprozessoren, die Erlöse durch Systemverkäufe auszubauen, doch parallel dazu treiben die Forschungs- und Entwicklungsausgaben den operativen Verlust in die Höhe.

Anleger blicken angesichts schwankender Abrechnungszeitpunkte und einer ausgeprägten Kundenkonzentration mit wachsender Vorsicht auf die Geschäftsentwicklung.

Gestern schloss das Papier im europäischen Handel bei 10,41 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,9 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus damit auf 46 Prozent.

Umsatzsprung trifft auf ungleichmäßige Erlöse

Im zweiten Quartal 2026 erzielte Rigetti einen Umsatz von 5,1 Millionen US-Dollar, verglichen mit 1,8 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg stützte sich maßgeblich auf die Auslieferung von 9-Qubit-Novera-Systemen. Das Geschäft bleibt jedoch vorerst von wenigen Abnehmern abhängig: Zwei Großkunden zeichneten im Berichtsquartal für 64 Prozent beziehungsweise 16 Prozent der gesamten Erlöse verantwortlich.

Gleichzeitig verschieben sich wesentliche Zuflüsse zeitlich nach hinten. Ein Vertrag mit dem indischen Zentrum C-DAC über 8,4 Millionen US-Dollar soll erst nach der vollständigen Installation und erfolgreichen Abnahmetests im vierten Quartal 2026 verbucht werden. Das Analysehaus Zacks verweist darauf, dass die wiederkehrende kommerzielle Nachfrage sowie die genauen Zeitpunkte der Umsatzrealisierung weiterhin mit Unsicherheit behaftet sind.

Kostenanstieg und staatliche Unterstützung

Parallel zum Erlöswachstum kletterten die operativen Kosten im zweiten Quartal um 48 Prozent auf 30,3 Millionen US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung war insbesondere der Forschungs- und Entwicklungsaufwand, der um 53 Prozent auf 20,7 Millionen US-Dollar zulegte. Der Betriebsverlust vergrößerte sich dadurch auf 28,1 Millionen US-Dollar, nach 19,9 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2025.

Trotz dieses Mittelabflusses verfügt Rigetti über ein finanzielles Polster. Zum Ende des zweiten Quartals beliefen sich die liquiden Mittel und kurzfristigen Anlagen auf 541,3 Millionen US-Dollar, während das Unternehmen keine Schulden auswies.

Rückendeckung erhält der Konzern zudem aus der Industriepolitik: Das US-Handelsministerium vereinbarte im Rahmen des CHIPS Act eine F&E-Förderung von bis zu 100 Millionen US-Dollar gegen eine Minderheitsbeteiligung. Die Mittel sind unter anderem für miniaturisierte Ausleseelektronik, Packaging, Kühlkapazität und Chipfertigung vorgesehen.

Technische Zwischenschritte auf dem Weg zur Skalierung

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Marktprognose bei Rigetti mit einem Umsatzplus von 257,1 Prozent, während der Verlust je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 70,3 Prozent sinken soll. Zacks stuft den Titel derzeit mit Hold ein.

Um sich im Branchenwettbewerb dauerhaft zu etablieren, setzt die Unternehmensführung auf eine ambitionierte technologische Roadmap. Binnen rund drei Jahren will Rigetti Systeme mit etwa 1.000 Qubits realisieren. Dabei peilt das Management eine Zwei-Qubit-Gattertreue von 99,9 Prozent sowie eine Gattergeschwindigkeit von unter 40 Nanosekunden an.

Ob die Kombination aus staatlichen Fördergeldern und technologischer Weiterentwicklung ausreicht, um die hohen operativen Verluste mittelfristig abzufedern, hängt primär von einer breiteren kommerziellen Kundenbasis ab.

Anzeige

Stand heute, 20. Oktober: Rigetti – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Rigetti investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 20. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Rigetti: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Rigetti