Rigetti Aktie: Wall Street Zen stuft auf Sell herab
Wall Street Zen senkt Rigetti auf Sell. Hohe Insider-Verkäufe und finanzieller Druck belasten den Quantencomputing-Pionier.

- Analystenstimme kippt zu Verkauf
- Führungskräfte verkaufen Millionenanteile
- Umsatzsprung im ersten Quartal 2026
- Hoher Cash-Burn und Verwässerungsrisiko
In einem Marktumfeld, in dem Technologiewerte zunehmend auf ihre Bewertungen hin überprüft werden, sieht sich der Quantencomputing-Spezialist Rigetti wachsender Skepsis gegenüber. Während der breitere Sektor eine Rotation in Software- und Cloud-Werte vollzieht, wurde die Aktie von Rigetti am 12. Juli 2026 von Wall Street Zen von „Hold“ auf „Sell“ herabgestuft. Diese Entscheidung trifft das Unternehmen in einer Phase, in der fundamentale Kennzahlen und signifikante Verkäufe durch Führungskräfte das Vertrauen der Anleger belasten.
Wall Street Zen stuft Rigetti auf „Sell“ herab
Die Herabstufung durch Wall Street Zen erfolgt trotz eines Analysten-Konsensus, der mit einer „Moderate Buy“-Empfehlung weiterhin positiv gestimmt bleibt. Von insgesamt 12 beobachtenden Brokern raten derzeit sieben zum Kauf, vier zum Halten und nur einer explizit zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel wird mit 30,60 US-Dollar angegeben. Einzelne Häuser wie Rosenblatt halten sogar an einem Ziel von 40,00 US-Dollar fest, während Northland den Wert mit „Market Perform“ und einem Ziel von 20,00 US-Dollar neutraler einstuft.
Der aktuelle Kurs der Rigetti-Aktie liegt bei 14,44 € und verzeichnete heute eine Tagesveränderung von -4,36 %. Damit notiert das Papier deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 48,36 €, das am 14. Oktober 2025 erreicht wurde. Mit einem Abstand von -22,00 % zum 50-Tage-Durchschnitt von 17,71 € und einem Kurs oberhalb des 52-Wochen-Tiefs von 11,00 € zeigt sich die hohe Volatilität des Titels, die annualisiert bei 84,28 % liegt. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 4,82 Milliarden €.
Hohe Insider-Verkäufe belasten das Vertrauen
Parallel zur kritischen Analystenstimme von Wall Street Zen sorgen umfangreiche Insider-Transaktionen für Unruhe. Innerhalb der letzten drei Monate veräußerten Führungskräfte Aktien im Gesamtwert von 17,5 Millionen US-Dollar. Zu den Verkäufern gehören der CTO, der 499.328 Anteile zu einem Preis von 25,40 US-Dollar abstieß, sowie ein Director, der 84.944 Aktien zu 20,55 US-Dollar verkaufte. Auch der CFO trennte sich von 3.682 Anteilen zu einem Kurs von 22,95 US-Dollar. Da in diesem Zeitraum keine Käufe durch Insider am offenen Markt getätigt wurden, wertet die Analyseplattform StockInvest.us die Stimmung innerhalb des Managements als negativ.
Wachstumshürden und finanzielle Risiken im Blick
Die finanzielle Lage von Rigetti bleibt trotz eines Lichtblicks im ersten Quartal 2026 angespannt. Zwar konnte das Unternehmen im ersten Quartal einen Umsatz von 4,4 Millionen US-Dollar erzielen – was einer Steigerung von 198,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht – und damit die Schätzungen übertreffen. Doch im Geschäftsjahr 2025 sank der Gesamtumsatz um etwa 34 % auf rund 7 Millionen US-Dollar. Die Nettomarge wurde zuletzt mit einem extrem negativen Wert ausgewiesen, während der Nettoverlust bei etwa 225,72 Millionen US-Dollar lag.
Investoren wie Melissa Tucker warnen zudem vor dem hohen „Cash Burn“, der im letzten Quartal bei 20 Millionen US-Dollar lag. Um den Betrieb zu finanzieren, greift Rigetti auf Verwässerungsmaßnahmen zurück, darunter ein ATM-Programm (At-the-Market) über 100 Millionen US-Dollar sowie staatliche Förderungen in gleicher Höhe, die mit Kapitalbeteiligungen verknüpft sind. Hinzu kommen technologische Verzögerungen beim geplanten 108-Qubit-System. Im direkten Vergleich wird oft der Konkurrent IonQ bevorzugt, der im ersten Quartal einen Umsatzsprung von 755 % auf 64,7 Millionen US-Dollar verzeichnete und über deutlich höhere Barreserven von 3,1 Milliarden US-Dollar verfügt. Rigetti hält laut jüngsten Berichten Barmittel in Höhe von etwa 418,25 Millionen US-Dollar bei einer schuldenfreien Bilanz.
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