Rio Tinto: $2 Milliarden für US-Boron-Verkauf
Rio Tinto übertrifft Produktionserwartungen im ersten Quartal, während Analysten uneins über die Bewertung der Aktie bleiben.

- Kupfer- und Eisenerzproduktion steigt deutlich
- Erste Simandou-Erlöse nach China geliefert
- Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen
- Boron-Verkauf und Lithiumprojekte voran
Rio Tinto hat ein starkes erstes Quartal geliefert. Die Produktion übertraf die Erwartungen deutlich — und trotzdem sind Analysten uneins darüber, wie viel das wert ist.
Produktion auf Hochtouren
Die Kupferäquivalent-Produktion stieg im ersten Quartal um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pilbara-Eisenerz legte 13 Prozent zu und erreichte das zweithöchste Q1-Niveau seit 2018. Kupfer wuchs ebenfalls um neun Prozent auf 229.000 Tonnen — getrieben vom Hochlauf der Oyu-Tolgoi-Mine in der Mongolei.
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Tropische Wirbelstürme kosteten rund acht Millionen Tonnen bei den Pilbara-Lieferungen. Etwa die Hälfte davon soll im Jahresverlauf aufgeholt werden. Das Jahresziel von 323 bis 338 Millionen Tonnen hält das Unternehmen aufrecht.
Simandou: Chance und Risiko zugleich
Im April erzielte Rio Tinto erste Verkaufserlöse aus dem Simandou-Projekt in Guinea. Die erste vollständige Lieferung hochwertigen Eisenerzes ging nach China. Nach Abschluss der gemeinsamen Schienen- und Hafeninfrastruktur plant das Unternehmen einen 30-monatigen Hochlauf auf 60 Millionen Tonnen Jahreskapazität.
Analysten sehen darin ein zweischneidiges Schwert. Das neue Hochgradangebot könnte die globale Kostenkurve im Eisenerzmarkt neu justieren — und damit Preisaufschläge für teurere Produzenten unter Druck setzen.
Wall Street zieht keine einheitliche Linie
Die Reaktionen nach dem Quartalsbericht fallen unterschiedlich aus. JPMorgan-Analyst Dominic O’Kane hob das Kursziel am 22. April auf 7.200 Pence an, behielt aber das „Neutral“-Rating bei. RBC Capital senkte sein Ziel leicht auf 6.300 Pence. Argus erhöhte das Ziel für die US-notierten Aktien am 28. April auf 120 Dollar.
Die Aktie notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Hoch und hat in den vergangenen zwölf Monaten knapp 97 Prozent zugelegt. Das spiegelt eine erhebliche Neubewertung wider — lässt aber wenig Spielraum für Enttäuschungen.
Boron-Verkauf und Lithium im Blick
Rio Tinto prüft den Verkauf seiner US-Boron-Assets. Mehr als ein Dutzend Interessenten sollen sich gemeldet haben, darunter WE Soda, Magris Resources und U.S. Silica Holdings. Der Erlös könnte rund zwei Milliarden Dollar betragen. Bindende Angebote erwartet das Unternehmen bis Juni.
Der Schritt passt zur Strategie von CEO Simon Trott: Fokus auf Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Lithium. In Argentinien stehen zwei Lithiumprojekte kurz vor der Produktion — beide sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen.
Rechtliches Risiko durch Hope-Downs-Urteil
Ein australisches Gericht entschied im April, dass Rio Tinto und Hancock Prospecting Lizenzgebühren an frühere Geschäftspartner von Gina Rineharts Vater zahlen müssen. Die genaue Summe wird in einem separaten Verfahren festgelegt. Hancock schätzt die jährlichen Zahlungen auf rund 18 Millionen australische Dollar insgesamt. Rio Tinto erklärte, das Urteil eingehend zu prüfen.
Das Unternehmen steuert damit in ein zweites Halbjahr mit operativem Rückenwind — aber auch mit offenen Fragen zur Eisenerzpreisentwicklung, sobald Simandou in voller Breite liefert.
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