Rio Tinto: AGM am 6. Mai in London und Perth
Rio Tinto steht vor entscheidender Hauptversammlung, während ein Souveränitätsstreit um die Kupfermine Oyu Tolgoi schwelt.

- Hauptversammlung am 6. Mai
- Mongolei fordert höhere Gewinnbeteiligung
- Kupferproduktion steigt um neun Prozent
- Aktie technisch stark überkauft
Rio Tinto steht vor einer entscheidenden Woche. Am 6. Mai treffen sich die Aktionäre zur Hauptversammlung — und im Hintergrund schwelt ein Souveränitätsstreit, der das wichtigste Kupferprojekt des Konzerns belasten könnte.
Hauptversammlung mit breiter Tagesordnung
Die parallelen Hauptversammlungen von Rio Tinto plc und Rio Tinto Limited finden am Mittwoch in London und Perth statt, per Audio-Video-Verbindung zusammengeschaltet. Auf der Tagesordnung stehen neben der Billigung des Geschäftsberichts 2025 die Vergütungsberichte für britische und australische Direktoren sowie die Wiederwahl aller Aufsichtsratsmitglieder — darunter der neue Konzernchef Simon Trott.
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Zur Abstimmung steht außerdem eine Reihe von Kapitalermächtigungen: die Ausgabe neuer Aktien bis zu einem Nominalwert von rund 41,8 Millionen Pfund, der Ausschluss von Bezugsrechten sowie ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu rund 125,5 Millionen Aktien — etwa zehn Prozent des ausgegebenen Kapitals. Alle Ermächtigungen wären bis zur Hauptversammlung 2027 befristet.
Mongolei: Das Risiko hinter dem Kupferboom
Das eigentliche Spannungsfeld liegt 6.000 Kilometer östlich von London. Die mongolische Regierung fordert frühere Gewinnausschüttungen und eine höhere Beteiligung an den Erlösen der Kupfermine Oyu Tolgoi — Rios wichtigstem Wachstumsprojekt. Ulaanbaatar hält über die staatliche Erdenes Mongol LLC 34 Prozent an der Mine und will seinen Anteil an den Gesamterträgen auf rund 60 Prozent steigern.
Hinzu kommt ein Lizenzstreit um das angrenzende Entrée-Joint-Venture: Die Übertragung der Bergbaulizenzen Shivee Tolgoi und Javkhlant auf die mehrheitlich von Rio kontrollierte Oyu Tolgoi LLC verzögert sich, was die Untertageentwicklung seit Anfang 2025 teilweise blockiert und den Minenplan unter Druck setzt.
Dabei läuft die operative Seite stark. Im ersten Quartal stieg die Kupferproduktion um neun Prozent auf 229.000 Tonnen — getrieben vom Hochlauf des Untertagebaus in Oyu Tolgoi. BMO-Analyst Alexander Pearce zufolge übertrafen die Kupferergebnisse die Schätzungen seiner Bank um neun Prozent. Rio hält an seinem Ziel fest, die jährliche Kupferproduktion mittelfristig auf 500.000 Tonnen zu steigern und bis Ende des Jahrzehnts die Marke von einer Million Tonnen zu erreichen.
Starke Kursentwicklung, aber technische Warnsignale
Der Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate ist bemerkenswert: Seit Juni 2025 hat sich die Aktie mehr als verdoppelt und notiert mit rund 104,60 Euro knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 16,8 signalisiert allerdings eine technisch stark überkaufte Lage — ein Niveau, das Rücksetzer wahrscheinlicher macht.
Portfolioumbau und Ausblick
Parallel zum Mongolei-Konflikt treibt Rio Tinto den Verkauf von Randgeschäften voran. Die Borat- und Titansparten sollen veräußert werden, um rund zehn Milliarden Dollar einzunehmen und die Bilanz zu entlasten. Ihr Ergebnisbeitrag ist von 26 Prozent im Jahr 1997 auf nur noch drei Prozent gesunken — strategisch kaum noch relevant.
Den nächsten belastbaren Blick auf die Ertragslage liefern die Halbjahreszahlen am 29. Juli 2026. Bis dahin dürfte vor allem die Frage, wie weit die Mongolei-Verhandlungen gediehen sind, die Stimmung rund um Rios Kupferstrategie prägen.
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