Rio Tinto Aktie: 220.000 Tonnen bis Ende 2026
Rio Tinto nimmt Expansion der AP60-Anlage in Betrieb. Ziel sind 220.000 Tonnen emissionsarmes Aluminium pro Jahr bis Ende 2026.

- 1,5 Milliarden Dollar Investition in Quebec
- 96 neue Elektrolysezellen geplant
- Produktionskapazität steigt auf 220.000 Tonnen
- Deutlich niedrigere Emissionen durch Wasserkraft
Rio Tinto baut in Quebec ein wichtiges Aluminium-Projekt hoch. In der AP60-Anlage am Complexe Arvida hat der Konzern die Inbetriebnahme einer Expansion im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar gestartet. Für Rio Tinto ist das mehr als ein normales Ausbauprojekt. Es ist ein sichtbarer Schritt hin zu saubererem Primäraluminium.
Die Anlage soll nach dem Hochlauf 96 neue Elektrolysezellen umfassen. Voll ausgelastet soll die Produktion bis Ende 2026 auf 220.000 Tonnen Primäraluminium pro Jahr steigen. Das wären 160.000 Tonnen mehr als bisher. Für einen Markt, in dem CO2-Armut immer stärker zum Wettbewerbsfaktor wird, ist das eine klare Ansage.
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Weniger Emissionen, mehr Kapazität
Technologisch setzt Rio Tinto auf das firmeneigene AP60-Verfahren. In Verbindung mit Wasserkraft in der Region soll die Produktion nur rund ein Sechstel des Branchen-Durchschnitts an Emissionen verursachen. Auch der Ausstoß von Feinstaub soll laut Konzern um etwa 90 Prozent niedriger liegen als bei älteren Anlagen in der Region.
Das ist kein kosmetisches Update. Der Konzern modernisiert damit einen zentralen Teil seines Aluminium-Fußabdrucks und bereitet zugleich den Ersatz alter Infrastruktur vor. Ein neues Recyclingzentrum in Arvida ist ebenfalls geplant.
Für die Region Saguenay-Lac-Saint-Jean hat das Projekt bereits Gewicht. Der Bau unterstützte 1.500 Arbeitsplätze. Später sollen 100 dauerhafte Stellen hinzukommen. Das stützt die lokale Wirtschaft und dürfte die politische Akzeptanz des Vorhabens erhöhen.
Mehr als nur Quebec
Rio Tinto beschränkt sich nicht auf Kanada. Parallel arbeitet der Konzern an der ELYSIS-Joint-Venture-Technologie für klimafreies Schmelzen von Aluminium. Die kanadische Regierung stellte dafür kürzlich 100 Millionen kanadische Dollar bereit. Auch Apple zählt zu den Unternehmen, die Interesse an dem Ansatz gezeigt haben.
Hinzu kommt, dass Rio Tinto ähnliche AP60-Projekte in Indien prüft und in Finnland bereits Partnerschaften verfolgt. Der Konzern versucht damit, eine breitere Plattform für emissionsärmere Aluminiumproduktion aufzubauen. Das passt zu einer Branche, in der Strommix und Technologie immer stärker über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.
Die Aktie reagierte zuletzt robust auf diese Entwicklung. Rio Tinto schloss die Woche bei 91,09 Euro und liegt seit Jahresbeginn 31,56 Prozent im Plus. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Kursplus von 71 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt allerdings noch 13,43 Prozent.
Analysten bleiben gespalten
Bei den Einschätzungen der Banken herrscht kein einheitliches Bild. DZ Bank hat die Aktie jüngst auf „Buy“ hochgestuft. JP Morgan, Barclays und Goldman Sachs bleiben dagegen bei einer neutralen Haltung.
Das passt zu einem Titel, bei dem die operative Story ordentlich aussieht, die Bewertung aber bereits viel Positives eingepreist haben dürfte. Der Ausbau in Quebec liefert jedenfalls ein handfestes Argument für Rio Tintos Strategie, die Rohstoffproduktion mit niedrigeren Emissionen zu verknüpfen. Ende 2026 dürfte sich zeigen, wie schnell die neue Kapazität tatsächlich im Alltag anläuft.
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