Rio Tinto Aktie: Minenschließung und Mega-Projekt

Rio Tinto schließt die Diavik-Diamantenmine und bringt das riesige Simandou-Eisenerzprojekt an den Start. Trotz starker Jahreszahlen und hoher Dividende gibt es Analystenabstufungen.

Die Kernpunkte:
  • Schließung der Diavik-Mine nach 26 Jahren Betrieb
  • Start des Mega-Eisenerzprojekts Simandou in Guinea
  • Starker Jahresgewinn und hohe Dividendenausschüttung
  • Gemischte Analystenbewertungen trotz solider Zahlen

Rio Tinto steht am Scheideweg: Während in Kanada eine der traditionsreichsten Diamantenminen nach 26 Jahren schließt, nähert sich in Guinea das größte Bergbauprojekt Afrikas der Vollendung. Gleichzeitig verunsichert eine Barclays-Abstufung die Anleger – trotz starker Jahreszahlen.

Diavik: Ende einer Ära in Kanada

Am 26. Februar 2026 unterzeichneten die Tłı̨chǫ-Regierung und Rio Tinto ein Schließungsabkommen für die Diavik-Diamantenmine in den kanadischen Northwest Territories. Die Produktion endet bereits im März 2026, nach mehr als einem Vierteljahrhundert Betrieb.

Das Abkommen regelt die nächsten 25 Jahre Rückbau und Sanierung. Rio Tinto verpflichtet sich zu finanzieller Unterstützung lokaler Initiativen und garantiert der Tłı̨chǫ-Bevölkerung Beschäftigungs- und Geschäftsmöglichkeiten während der Schließungsphase. Ende 2025 arbeiteten noch rund 1.000 Menschen auf der Mine, etwa ein Drittel davon aus der Region.

Die eigentliche Schließung soll bis 2029 abgeschlossen sein – deutlich schneller als bei vergleichbaren Projekten. Möglich macht das die „progressive Rekultivierung“, bei der Rio Tinto bereits während des laufenden Betriebs mit Renaturierungsmaßnahmen begann.

Simandou: Afrikas größtes Bergbauprojekt vor dem Start

Während Diavik ausläuft, steht in Guinea ein Meilenstein bevor. Rio Tinto bestätigte am 25. Februar 2026, dass die gemeinsame Eisenbahninfrastruktur für das Simandou-Projekt bis Ende März vollständig in Betrieb gehen soll.

Simandou gilt als das ambitionierteste Wachstumsprojekt des Konzerns. Die Infrastruktur umfasst mehr als 600 Kilometer Bahnstrecke mit vier Tunneln und über 200 Brücken sowie einen neuen Hafen. Rio Tinto hält 53 Prozent an den Blöcken drei und vier über das Joint Venture SimFer, die restlichen 47 Prozent liegen bei einem von Chinalco unterstützten Konsortium.

Für 2026 plant Rio Tinto, zwischen 5 und 10 Millionen Tonnen hochwertiges Eisenerz aus Simandou zu exportieren. Langfristig soll die Gesamtkapazität auf 120 Millionen Tonnen pro Jahr steigen – das würde Guinea zum drittgrößten Eisenerz-Exporteur der Welt machen, nach Australien und Brasilien.

Starke Zahlen, gemischte Analystensignale

Die operativen Neuigkeiten kommen unmittelbar nach der Vorlage der Jahreszahlen vom 19. Februar 2026. Rio Tinto erzielte einen Nettogewinn von 10,0 Milliarden US-Dollar und zahlte eine Dividende von 6,5 Milliarden US-Dollar aus – 60 Prozent des Gewinns und damit am oberen Ende der langjährigen Ausschüttungsquote.

Die Kupferproduktion stieg rechnerisch um 8 Prozent, getrieben durch die Hochfahrphase der Oyu-Tolgoi-Untergrundmine und Rekordförderung in den Pilbara-Eisenerzoperationen. Das operative EBITDA kletterte um 9 Prozent auf 25,4 Milliarden US-Dollar, der operative Cashflow erreichte 16,8 Milliarden US-Dollar.

Trotz dieser Zahlen stufte Barclays die Aktie auf „Equal Weight“ herab – eine Einschätzung, die kurzfristig auf dem Kurs lasten kann. Weiss Ratings hingegen hob das Rating am 20. Februar von „Hold“ auf „Buy“ an. Die finale Dividende für 2025 wird am 16. April 2026 ausgezahlt.

Fokus auf Disziplin statt Klimazielen

CEO Simon Trott hat eine Neuausrichtung eingeleitet, die auf „Einfachheit, Disziplin und Produktivität“ setzt. Rio Tinto will Vermögenswerte im Wert von bis zu 15 Milliarden US-Dollar verkaufen und geplante Dekarbonisierungsausgaben kürzen. Die Konzentration liegt auf den vier Kernbereichen Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Lithium.

Die Strategie löst Debatten aus: Wie weit können Bergbaukonzerne Klimaziele verfolgen und gleichzeitig im Wettbewerb um Kapital und Aktionärsrenditen bestehen? Für 2026 plant Rio Tinto Investitionen von bis zu 11 Milliarden US-Dollar, die Kupferproduktion soll zwischen 800.000 und 870.000 Tonnen liegen.

Die Aktie notiert bei 83,75 Euro, knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 85,60 Euro. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Inbetriebnahme von Simandou die Skepsis einiger Analysten entkräften kann.

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