Rio Tinto Aktie: Simandou startet Eisenerz-Lieferungen

Rio Tinto steigert Halbjahresgewinn um 43 Prozent auf 6,9 Mrd. Dollar. Erste Simandou-Erzlieferungen nach China gestartet.

Die Kernpunkte:
  • Gewinnsprung um 43 Prozent
  • Erste Simandou-Lieferungen nach China
  • Tomago-Hütte bis 2038 gesichert
  • Gespräche mit Trump über Mineralien

Der Bergbaukonzern Rio Tinto hat am heutigen Donnerstag starke Geschäftszahlen für die erste Jahreshälfte 2026 vorgelegt. Das Unternehmen steigerte seinen bereinigten Gewinn („Underlying Earnings“) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent auf 6,9 Milliarden US-Dollar. Maßgeblich für dieses Wachstum waren Medienberichten zufolge eine deutliche Ergebnisverbesserung in der Kupfersparte sowie ein stabileres Preisniveau an den Rohstoffmärkten.

Simandou-Projekt erreicht Meilenstein

Ein zentraler Pfeiler der künftigen Produktionsstrategie ist das Simandou-Projekt in Guinea. Wie Medienberichte am Dienstag bestätigten, starteten die ersten Lieferungen von hochwertigem Eisenerz mit einem Gehalt von über 65 Prozent aus der Simandou-Region in Richtung Ostchina.

Dieses Material wird insbesondere für die Produktion von kohlenstoffarmem „grünem Stahl“ benötigt. Das SimFer-Konsortium, an dem neben der Regierung von Guinea auch Chinalco beteiligt ist, gab bekannt, dass die Bauarbeiten an der Mine und der zugehörigen Hafeninfrastruktur inzwischen zu 77 Prozent abgeschlossen sind.

Matthew Holcz, Chief Executive für den Bereich Eisenerz, bezeichnete Simandou neben dem australischen Projekt Rhodes Ridge als wesentlichen Treiber, um die jährliche Produktionskapazität in der Pilbara-Region auf bis zu 360 Millionen Tonnen zu heben.

Die Erschließung neuer Vorkommen erfolgt vor dem Hintergrund einer volatilen Marktlage. Zwar stiegen die Spotpreise für Eisenerz am gestrigen Mittwoch aufgrund möglicher Lieferunterbrechungen in Australien an, doch erschwert China zeitgleich den Verhandlungsspielraum.

Der staatliche Erzkäufer CMRG wies laut Medienberichten Anfang August mehrere Stahlwerke an, Gespräche über Lieferungen ab September vorerst auszusetzen, um die Verhandlungsposition gegenüber den Bergbaukonzernen zu stärken.

Strategische Sicherung und politischer Fokus

Abseits der laufenden Produktion sicherte Rio Tinto die langfristige Zukunft seiner Aluminiumsparte. Durch ein Abkommen mit der australischen Regierung und dem Bundesstaat New South Wales wurde der Betrieb der Tomago-Aluminiumhütte bis zum Jahr 2038 garantiert.

Die am 12. August bekannt gegebene Vereinbarung sieht einen neuen Stromabnahmevertrag ab 2033 vor, der durch eine Investition von 1,1 Milliarden Australischen Dollar in die Anlage gestützt wird.

Auch auf politischer Ebene zeigt sich der Konzern aktiv. Am 10. August trafen sich Führungskräfte von Rio Tinto und der BHP Group mit US-Präsident Donald Trump. Gegenstand der Gespräche waren Investitionen in den Abbau kritischer Mineralien, um die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von ausländischen Lieferketten zu verringern.

Parallel dazu gibt es Fortschritte in der Mongolei: Die dortige Regierung stimmte am 11. August der Übertragung wichtiger Bergbaulizenzen an das Oyu-Tolgoi-Joint-Venture zu, an dem Rio Tinto eine Mehrheit von 66 Prozent hält.

Die Aktie reagierte bereits im Vorfeld der heutigen Zahlen positiv auf das Marktumfeld. Am gestrigen Mittwoch legte das Papier um 3,1 Prozent zu und schloss bei 86,19 Euro. Damit notiert der Wert aktuell rund 3,0 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Trotz der operativen Zuwächse mahnen einzelne Analysten zur Vorsicht.

Zacks Research stufte die Aktie am 6. August von „Hold“ auf „Strong Sell“ herab. Zudem berichtete Reuters, dass Rio Tinto eine zunehmende regulatorische Kontrolle bei Fusionen und Übernahmen wahrnimmt, da Regierungen verstärkt auf die Versorgungssicherheit bei strategischen Rohstoffen achten, wenngleich das Unternehmen dies nicht als grundsätzliches Hindernis für künftige Deals betrachtet.

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