Rio Tinto Aktie: Trott soll deutlich mehr verdienen
Das vorgeschlagene Vergütungspaket erhöht Trotts Zielgehalt auf 9,8 Millionen Pfund und benötigt 2027 die Zustimmung der Aktionäre.

- Zielgehalt soll auf 9,8 Millionen Pfund steigen
- Maximalvergütung soll 18,3 Millionen Pfund erreichen
- Aktionärsabstimmung über das Paket 2027
- Verwaltungsrat erweitert Vergleichsgruppe um US-Konzerne
Der Rohstoffkonzern will seinem Chef kräftig mehr zahlen. Der Verwaltungsrat hat vorgeschlagen, das Zielgehalt von CEO Simon Trott um 56 Prozent auf 9,8 Millionen Pfund anzuheben. Die Aktie legte am Mittwoch zu, zuletzt lag das Plus bei etwa 2,5 Prozent.
Mehr Spielraum bei den Boni
Das Fixgehalt bleibt laut Vergütungsausschuss-Chef Ben Wyatt unverändert. Angepasst werden stattdessen die Anreize, die an mehrjährige Geschäftsziele und Aktionärsrenditen geknüpft sind. Die Maximalvergütung soll um 63 Prozent auf 18,3 Millionen Pfund steigen.
Dafür wird der Rahmen für Boni deutlich geweitet. Die kurzfristige Komponente darf künftig bis zu 300 Prozent des Grundgehalts erreichen, bisher waren es 200 Prozent. Bei der langfristigen Komponente steigt die Obergrenze von 500 auf 900 Prozent. Das neue Paket würde die nächsten drei Jahre abdecken und braucht die Zustimmung der Aktionäre auf der Hauptversammlung im kommenden Jahr. Der Konzern berät sich derzeit mit Investoren.
Wyatt begründet den Schritt damit, Leistung im Sinne der Aktionäre zu fördern und Führungskräfte im globalen Wettbewerb zu halten. Trott führt Rio Tinto seit Juli 2025. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte er den bereinigten Gewinn um 43 Prozent, während er den Konzern umbaut und Anlagen verkauft.
Neue Vergleichsgruppe, wachsender Talentkampf
Der Verwaltungsrat hat zudem die Vergleichsgruppe für Managergehälter erweitert. Neu dabei sind die US-Energiekonzerne Chevron und ExxonMobil sowie GE Aerospace. Mit der Maximalvergütung läge Trott knapp unter dem Median der 19 Vergleichsunternehmen. An der Spitze steht ExxonMobil-Chef Darren Woods mit 33 Millionen Dollar für 2025.
Den Hintergrund bildet ein härterer Wettbewerb um Spitzenpersonal. Gehälter in Rüstung, Luftfahrt und Energiewende-Branchen steigen stark, und die Bergbauer wollen mithalten. BHP-Manager Rag Udd wechselt als CEO zu Albemarle. Der französische Konzern Eramet sprach nach Angaben aus dem Umfeld Rio-Manager Jerome Pecresse wegen des Chefpostens an.
Widerstand bei einigen Investoren
Nicht alle Anteilseigner sind begeistert. Einige fürchten, der Vorstoß könne die Gehälter australischer Bergbaumanager insgesamt nach oben treiben und angesichts hoher Lebenshaltungskosten dem Ruruf des Konzerns schaden. Mit dem Paket läge Trott klar vor BHP-Chef Brandon Craig, dessen Vergütung bei etwa 10 Millionen Dollar liegen dürfte.
Andere Investoren zeigen sich offen. Ein Fondsmanager von Ninety One sagte, höhere Bezahlung sei vertretbar, solange sie sich an den Interessen der Aktionäre ausrichte. Wie viel Gegenwind es gibt, zeigt sich spätestens bei der Abstimmung auf der Hauptversammlung 2027. Anglo American musste 2025 einen umstrittenen Bonusplan im Zusammenhang mit der geplanten Teck-Fusion zurückziehen.
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