Rio Tinto Aktie: Viel im Umbruch

Der Bergbauriese Rio Tinto drosselt den Baufortschritt seines kanadischen Lithiumprojekts Bécancour. Gleichzeitig flammen Spekulationen über eine mögliche Fusion mit Glencore wieder auf.

Die Kernpunkte:
  • Verlangsamung beim Lithiumprojekt Bécancour in Kanada
  • Tödlicher Arbeitsunfall in der Mine in Utah
  • Neue Spekulationen über Fusion mit Glencore
  • Finanzierung für argentinische Lithium-Mine gesichert

Rio Tinto steckt mitten in einer strategischen Neuausrichtung — und die Woche bringt gleich mehrere Entwicklungen auf einmal: ein gedrosseltes Lithiumprojekt in Kanada, ein tödlicher Unfall in Utah, eine Analystenaufwertung und neue Spekulationen über eine mögliche Fusion mit Glencore.

Bremse beim Lithiumprojekt Bécancour

Das wichtigste Thema der vergangenen Tage ist die Entscheidung, das Tempo beim Bécancour-Projekt in Québec zu drosseln. Seit Rio Tinto im Februar die direkte Führung von Nemaska Lithium übernahm, folgte eine eingehende Überprüfung — mit dem Ergebnis, dass der Baufortschritt zunächst verlangsamt wird. Die Anlage war zu diesem Zeitpunkt bereits zu mehr als 70 Prozent fertiggestellt, rund 1.600 Handwerker arbeiteten auf der Baustelle.

Rio Tinto betont, dass der geplante Produktionsstart 2028 unverändert bleibt. Die Verlangsamung soll Raum schaffen, um den Ausführungsplan zu optimieren — ein Schritt, den das Unternehmen aus vergleichbaren Projekten kennt. Gleichzeitig prüft Rio Tinto, ob das Whabouchi-Vorkommen oder das Galaxy-Hartgesteinsprojekt in der James Bay die bessere Rohstoffbasis für Bécancour darstellt. Laut Bloomberg tendiert das Unternehmen derzeit zu Galaxy. Eine Entscheidung wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.

Trotz der Verzögerung investiert Rio Tinto in diesem Jahr mehr als 300 Millionen US-Dollar in sein Québec-Lithiumgeschäft.

Tödlicher Unfall in Utah

Am 12. März bestätigte Rio Tinto den Tod eines Mitarbeiters eines Subunternehmens bei einem Vorfall in der Bingham Canyon Mine in Utah. CEO Simon Trott sprach von Bestürzung und sprach der Familie sein Mitgefühl aus. Der Unfall trifft das Unternehmen zu einem Zeitpunkt, an dem es Sicherheit öffentlich als oberste Priorität kommuniziert — und setzt die Führung unter zusätzlichen Druck.

Glencore-Fusion, Analystenstimmung und Rincon

Die Spekulationen über eine Fusion mit Glencore leben wieder auf. Glencore-Chef Gary Nagle setzt offenbar darauf, dass gestiegene Kohlepreise Rio Tinto zurück an den Verhandlungstisch bringen könnten. Die Gespräche über einen gemeinsamen Konzern im Wert von 240 Milliarden US-Dollar waren im Februar am Streit über die Bewertung gescheitert. Unter britischem Übernahmerecht kann Rio Tinto frühestens sechs Monate nach dem Abbruch neue Gespräche aufnehmen.

Auf Analystenebene stufte Morgans die Aktie am Freitag von „Trim“ auf „Hold“ hoch, mit einem Kursziel von 147 australischen Dollar. Die Konsensschätzungen für den Gewinn 2026 wurden im vergangenen Monat um 4,9 Prozent nach oben korrigiert. Mit einem Forward-KGV von 10,71 liegt Rio Tinto deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 14,69 — was auf eine vergleichsweise günstige Bewertung hindeutet.

Abseits von Kanada sicherte sich Rio Tinto am 11. März ein Finanzierungspaket von 1,175 Milliarden US-Dollar für sein Rincon-Lithiumprojekt in Argentinien. Das Projekt zielt auf eine Jahreskapazität von rund 60.000 Tonnen Lithiumkarbonat ab, mit geplantem Produktionsstart ebenfalls 2028 und einer Minenlebensdauer von 40 Jahren.

Solide Basis, offene Fragen

Das Geschäftsjahr 2025 lieferte eine stabile Grundlage: Der Umsatz stieg auf rund 57,6 Milliarden US-Dollar, das bereinigte EBITDA legte um neun Prozent auf 25,4 Milliarden zu. Die ordentliche Dividende belief sich auf 6,5 Milliarden US-Dollar — das zehnte Jahr in Folge am oberen Ende der Ausschüttungsspanne.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen ein Unternehmen, das seinen Schwerpunkt konsequent auf Energiewende-Metalle verlagert, dabei aber mit den typischen Reibungsverlusten großer Bergbauprojekte zu kämpfen hat. Ob die Bécancour-Optimierung den Zeitplan bis 2028 tatsächlich hält, wird sich spätestens mit dem Abschluss der Lieferkettenprüfung in der zweiten Jahreshälfte zeigen.

Rio Tinto-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rio Tinto-Analyse vom 16. März liefert die Antwort:

Die neusten Rio Tinto-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rio Tinto-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rio Tinto: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rio Tinto