Riot Platforms: 5,3 Prozent Minus trotz Bitcoin-Erholung

Riot Platforms fällt trotz Bitcoin-Erholung um 5,3 Prozent. Investoren kritisieren Schuldenlast für den KI-Infrastruktur-Ausbau, während Analysten Kursziele anheben.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert trotz Krypto-Erholung
  • 573-Millionen-Dollar-Kredit für KI-Rechenzentrum
  • Analysten erhöhen Kursziele und raten zum Kauf
  • Druckenmiller baut Millionen-Anteil auf

Die Aktie von Riot Platforms konnte am Freitag nicht von der allgemeinen Erholung am Kryptomarkt profitieren. Während der Bitcoin-Kurs zulegte, verlor das Papier des Mining-Spezialisten 5,3 % und schloss bei 17,04 Euro.

Am Markt mehrten sich die Zweifel an der aggressiven Expansionsstrategie des Unternehmens. Vor allem die hohen Investitionskosten und die Aufnahme neuer Schulden für den Aufbau einer Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) belasteten die Stimmung der Anleger.

Finanzierung des strategischen Umbaus im Fokus

Hintergrund der Kursbewegung ist die zunehmende Neuausrichtung von Riot Platforms weg vom reinen Bitcoin-Mining hin zum Betrieb von Rechenzentren für High-Performance Computing (HPC).

Um diesen Wandel voranzutreiben, sicherte sich das Unternehmen am Donnerstag eine besicherte Kreditfazilität von Morgan Stanley in Höhe von bis zu 573 Millionen US-Dollar. Die Mittel sind zweckgebunden für den Ausbau eines 191-Megawatt-Rechenzentrums und die Beschaffung langfristiger Ausrüstung.

Der Kredit läuft bis zum 31. Dezember 2026. Investoren reagierten jedoch skeptisch auf die damit verbundene Schuldenlast und die massiven Investitionsausgaben (Capex), die für den Eintritt in den wettbewerbsintensiven KI-Infrastrukturmarkt erforderlich sind. Das Papier notiert mittlerweile 13 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.

Analysten sehen Wendepunkt trotz hoher Investitionen

Trotz der kurzfristigen Skepsis an der Börse zeigen sich Analystenhäuser optimistisch für die langfristigen Aussichten der Neuausrichtung. Die Analysten von Clear Street erhöhten gestern ihr Kursziel von 25,00 auf 26,00 US-Dollar und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Sie bezeichneten den Schwenk hin zum Hochleistungsrechnen als definitiven Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte.

Auch JPMorgan bewertet die wirtschaftlichen Aussichten positiv und hob das Kursziel am Donnerstag von 20,00 auf 22,00 US-Dollar an. Als Begründung nannten die Experten die vorteilhaften Konditionen eines kürzlich geschlossenen Leasingvertrags mit dem KI-Unternehmen Anthropic. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren und soll Riot Platforms über den gesamten Zeitraum geschätzte Einnahmen von rund 9,1 Milliarden US-Dollar einbringen.

Operativer Fortschritt im Bereich High-Performance Computing

Die operative Umsetzung der neuen Strategie zeigt bereits erste Erfolge am Standort Rockdale in Texas. Das Halbleiterunternehmen Advanced Micro Devices (AMD) hat seine vertraglich vereinbarte Kapazität dort jüngst von 25 auf 50 Megawatt verdoppelt.

Parallel dazu meldete Riot Platforms für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 174,2 Millionen US-Dollar, musste jedoch aufgrund der hohen Transformationskosten einen Nettoverlust von 237,2 Millionen US-Dollar ausweisen.

Während das Unternehmen operativ expandiert, nutzten Mitglieder der Führungsebene die vergangenen Tage für Aktienverkäufe. Am Montag veräußerten CEO Jason Les und der stellvertretende Vorstand Ryan Werner Anteile im Gesamtwert von zusammen rund 9,5 Millionen US-Dollar.

Diese Transaktionen erfolgten im Rahmen vorab festgelegter Handelspläne. Auf der Käuferseite gab es hingegen prominente Unterstützung: Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorging, hat das Duquesne Family Office des Investors Stanley Druckenmiller im zweiten Quartal eine neue Position von mehr als 750.000 Riot-Aktien aufgebaut.

Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 29. Oktober erwartet, wenn das Unternehmen die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegt.

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