Riot Platforms: Produktionskosten steigen auf 90.631 Dollar
Riot-Aktie fällt trotz angehobener Kursziele und 9,1-Milliarden-Dollar-KI-Vertrag. Hohe Mining-Kosten belasten die Bilanz des Bitcoin-Produzenten.

- Aktie verliert trotz starker Analystenstimmen
- Mining-Kosten pro Bitcoin stark gestiegen
- 20-Jahres-Vertrag mit KI-Firma Anthropic
- Nettoverlust von 237 Millionen Dollar
Während der Kryptomarkt von einem Bitcoin-Kurs über der Marke von 80.000 US-Dollar profitiert, zeigt die Aktie von Riot Platforms am heutigen Mittwoch Schwäche.
Das Papier notiert aktuell bei 17,77 Euro, was einem Rückgang von 3,0 % entspricht. Damit setzt das Unternehmen eine Entwicklung fort, die bereits am gestrigen Dienstag zu beobachten war: Während Branchenkollegen wie MARA Holdings oder TeraWulf deutliche Kursgewinne verbuchten, blieb Riot hinter der allgemeinen Sektor-Rally zurück.
Analysten heben die Kursziele an
Trotz der kurzfristigen Kursschwäche zeigten sich namhafte Analysehäuser in den vergangenen Tagen optimistisch für die langfristige Entwicklung des texanischen Bitcoin-Miners. Die Experten von Morgan Stanley hoben am 16. August ihr Kursziel deutlich von 36 auf 43 US-Dollar an und bestätigten ihre Einstufung mit „Overweight“. Nur einen Tag später, am 17. August, zog JPMorgan nach und erhöhte das Ziel für Riot von 20 auf 22 US-Dollar.
Die Analysten honorieren damit offenbar die strategische Neuausrichtung des Unternehmens. Diese Einschätzungen stehen im Kontrast zur aktuellen Marktbewegung, bei der Marktteilnehmer möglicherweise Gewinne mitnehmen oder Kapital in andere Werte innerhalb des Sektors umschichten. Dennoch bleibt die Performance im laufenden Jahr beachtlich: Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Plus von 57 %.
Hohe Förderkosten belasten die Bilanz
Ein Grund für die Zurückhaltung der Anleger könnten die Herausforderungen im Kerngeschäft sein, die in den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 deutlich wurden. Wie das Unternehmen berichtete, stiegen die Gesamtkosten für die Produktion eines einzelnen Bitcoin auf 90.631 US-Dollar.
Dieser Wert lag signifikant über dem durchschnittlichen Produktionswert von 71.667 US-Dollar pro Münze im Berichtszeitraum, was das Mining-Geschäft unter Berücksichtigung der Abschreibungen derzeit unprofitabel macht.
Im zweiten Quartal erzielte Riot einen Umsatz von 174,2 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders das Segment der Rechenzentren steuerte 23,2 Millionen US-Dollar bei.
Dennoch stand am Ende ein Nettoverlust von 237,2 Millionen US-Dollar zu Buche. Um den laufenden Betrieb und den Ausbau der Infrastruktur zu finanzieren, veräußerte das Unternehmen im zweiten Quartal 4.300 Bitcoin. Zum Quartalsende am 30. Juni hielt Riot noch einen Bestand von 11.380 Bitcoin.
Diversifizierung durch KI-Leasing
Um die Abhängigkeit von der Volatilität des Bitcoin-Preises zu verringern, setzt Riot Platforms verstärkt auf die Vermietung von Rechenkapazitäten. Vor rund zwei Wochen wurde ein weitreichender Vertrag mit dem KI-Unternehmen Anthropic über eine Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen.
Dieser Deal umfasst die Bereitstellung von 191 Megawatt am Standort Rockdale in Texas und soll über die Gesamtlaufzeit einen Umsatz von 9,1 Milliarden US-Dollar generieren.
Die Umsetzung dieses Projekts erfolgt schrittweise, wobei die ersten 96 Megawatt für Dezember 2027 geplant sind. Zur Finanzierung der anfänglichen Entwicklungskosten stellt Morgan Stanley eine Zwischenfinanzierung in Höhe von 573 Millionen US-Dollar bereit.
Aktuell notiert die Aktie etwa 11 % über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, was die langfristig positive Grundtendenz unterstreicht, während der Markt die operativen Kostensteigerungen gegen die neuen Erlöspotenziale abwägt.
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