Roche Aktie: Giredestrant-Hoffnung?

Der Quartalsumsatz lag über den Markterwartungen, während Roche die Ziele für 2026 unverändert ließ.

Die Kernpunkte:
  • Konzernumsatz über Marktkonsens im dritten Quartal
  • Pharmasparte übertraf die Umsatzschätzungen
  • Deutsche Bank stuft Roche auf Kaufen
  • Goldman Sachs bleibt trotz höherem Kursziel neutral

Roche hat die Umsatzerwartungen übertroffen und die Jahresprognose bestätigt. Daraus leiten Analysten allerdings unterschiedliche Konsequenzen ab: Während die Deutsche Bank gestern eine Kaufempfehlung aussprach, bleibt Goldman Sachs trotz eines höheren Kursziels neutral. Für Anleger entscheidet damit nicht allein das jüngste Umsatzplus. Ebenso wichtig ist, wie viel zusätzliches Wachstum die Medikamentenentwicklung verspricht.

Pharmasparte übertrifft die Erwartungen

Im dritten Quartal 2026 erzielte Roche einen Konzernumsatz von 16,13 Milliarden Franken. Der Konsens hatte bei 15,752 Milliarden Franken gelegen. Damit fiel das Geschäft stärker aus als vom Markt erwartet.

Die positive Überraschung kam insbesondere aus der Pharmasparte. Zugleich half der zuletzt schwächere Franken dem ausgewiesenen Konzernwachstum. Die Umsatzentwicklung beruhte somit nicht ausschließlich auf dem operativen Geschäft.

Die Pharmasparte setzte 12,583 Milliarden Franken um. Erwartet worden waren 12,233 Milliarden Franken. Damit übertraf der Bereich die Prognosen um 350 Millionen Franken.

Innerhalb des Medikamentenportfolios verlief die Entwicklung jedoch unterschiedlich. Wachstum bei wichtigen Produkten stand einer schwächeren Entwicklung von Xolair gegenüber. Der Konzern übertraf die Erwartungen also trotz einzelner Belastungen.

Ocrevus erreichte im dritten Quartal einen Umsatz von 1,84 Milliarden Franken. Das entsprach einem Wachstum von 9% zu konstanten Wechselkursen.

Bei Xolair machte sich dagegen der Markteintritt einer günstigeren Kopie bemerkbar. Dieser Konkurrenzdruck begrenzt die Aussagekraft des starken Gesamtgeschäfts für einzelne Medikamente.

Der Xolair-Umsatz lag bei 848 Millionen Franken und damit unter der Markterwartung von 925 Millionen Franken.

Höhere Kursziele, unterschiedliche Empfehlungen

Die Deutsche Bank Research erhöhte ihr Kursziel gestern von 340 auf 500 Franken und hob die Empfehlung von „Halten“ auf „Kaufen“ an.

Analyst Emmanuel Papadakis begründete den Schritt vor allem mit zunehmend eindeutig positivem Ärztefeedback zu Giredestrant. Grundlage ist eine bankeigene Onkologie-Umfrage. Nach seiner Einschätzung könnten die Rückmeldungen kurz- und mittelfristig relevant werden. Zudem seien unmittelbare Risiken gesunken.

Goldman Sachs setzte das Kursziel ebenfalls gestern herauf: von 376 auf 391 Franken. Die Einstufung blieb jedoch bei „Neutral“.

Damit stehen hinter den höheren Zielmarken keine einheitlichen Anlageurteile. Die Deutsche Bank gewichtet die verbesserten Aussichten für Giredestrant ausdrücklich positiv. Goldman Sachs hält dagegen trotz der Zielanhebung an seiner zurückhaltenderen Empfehlung fest.

Zum gestrigen Handelsschluss legte die Roche-Aktie um 2,4% zu. Die unterschiedlichen Analystenurteile zeigen jedoch, dass die Bewertung der weiteren Aussichten nicht einhellig ausfällt.

Jahresziele bleiben unverändert

Roche bestätigte für 2026 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich. Der Kerngewinn je Aktie soll im hohen einstelligen Bereich steigen. Beide Erwartungen gelten zu konstanten Wechselkursen.

Außerdem strebt der Konzern weiterhin eine höhere Dividende in Franken an. Eine Anhebung der operativen Jahresprognose verband Roche mit der Umsatzüberraschung dagegen nicht.

Für Anleger ergeben sich daraus zwei getrennte Maßstäbe: Das laufende Geschäft liefert bessere Umsätze als erwartet. Zusätzliche Bewertungschancen hängen nach der Einschätzung der Deutschen Bank wesentlich an den Entwicklungskandidaten. Die bestätigte Prognose bleibt der operative Prüfstein; das positive Ärztefeedback ist dagegen eine Erwartungsgrundlage und noch kein gemeldeter Geschäftserfolg.

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